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Caixa kauft BPI : Ein kleines Stückchen Bankenunion

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Die spanische Caixa-Bank kann die portugiesische BPI-Bank demnächst komplett kaufen. Bild: dpa

Die spanische Caixabank dürfte nun ihre portugiesische Wettbewerberin BPI komplett übernehmen. Das passt auch zur Idee, die hinter der Bankenunion steckt.

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          Die spanische Caixabank will das portugiesische Geldhaus BPI komplett übernehmen. Der Haupteigner bietet nach Angaben von diesem Montag für die restlichen 56 Prozent 908 Millionen Euro.

          Portugals Regierung hatte erst am Sonntagabend den Weg für die Caixabank freigemacht und angekündigt, Stimmrechtsbeschränkungen für Banken abzuschaffen. Bisher halten die Spanier zwar 44 Prozent an BPI, haben aufgrund der geltenden Restriktionen aber nur 20 Prozent der Stimmrechte inne. Neben der Gesetzesänderung ist die Offerte an eine Annahmequote gekoppelt.

          Ein Gedanke der Bankenunion

          Die Caixabank bezeichnete die Komplettübernahme als logischen Schritt ihrer internationalen Expansion. Die Spanier sind bereits seit dem Jahr 1995 im Nachbarland aktiv. Die Akquisition soll bis Ende des dritten Quartals über die Bühne gehen. Die Caixabank erhofft sich zusätzliche Einnahmen sowie Kosteneinsparungen.

          BPI-Aktien sind bereits seit dem 8. April vom Handel ausgesetzt. Zuletzt notierten sie mit etwas mehr als 1,19 Euro. Die Caixabank-Offerte beläuft sich dagegen auf lediglich gut 1,11 Euro je Anteilsschein - damit wird BPI insgesamt mit gut 1,6 Milliarden Euro bewertet.

          Die Caixabank hatte bislang vergeblich versucht, BPI komplett zu schlucken. Die angolanische Investorin Isabel dos Santos hält 18,6 Prozent und hat damit fast genau so viele Stimmrechte wie die Caixabank. Diese konnte sich mit dos Santos nicht über einen Kauf von deren Anteilen einigen.

          Grenzübergreifende Übernahmen wie diese entsprechen grundsätzlich einem wichtigen Gedanken, der hinter der Idee der europäischen Bankenunion steckt, aber öffentlich nur wenig Beachtung findet: Indem große, grenzübergreifende Institute entstehen, werden sie selbst weniger anfällig für die Probleme eines einzelnen Euro-Landes. Infolge der Euro-Krise sind Politiker und Aufsichtsbehörden schon länger bestrebt, diese Zusammenhang zu entzerren.

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