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Mode-Kommentar : C&A im Online-Paradies

  • -Aktualisiert am

C&A ist in der chinesischen Modewelt eine trendige Marke, die erschwinglich ist und gerade unter jüngeren Käufern hoch im Kurs steht. Klar, dass die Führung daraus mehr machen will.

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          Stärker können die Kontraste für die Manager von C&A kaum sein. Während die deutschen Filialen der Modekette schon länger als bieder und verstaubt gelten, genießen ihre Pendants im Reich der Mitte ein Image, mit dem sonst nur Aufsteiger wie H&M oder Zara brillieren: Danach ist C&A in der chinesischen Modewelt eine trendige Marke, die erschwinglich ist und gerade unter jüngeren Käufern aus der stark wachsenden Mittelschicht hoch im Kurs steht.

          Dass bei den Strategen des C&A-Imperiums der Plan reift, die Standorte der Tochtergesellschaft in Übersee zügig zu vergrößern, ist angesichts solcher Perspektiven nur allzu verständlich. Schließlich will der Modehändler in China so nicht nur seinen stationären Handel ausbauen, sondern auch im florierenden Online-Geschäft endlich Fuß fassen.

          Vor allem im wachstumsstarken Internetgeschäft hat C&A größten Nachholbedarf. Die jüngste Erosion von Umsätzen und Marktanteilen in Deutschland hat vor allem mit dem Umstand zu tun, dass das Digitalgeschäft im Konzern kaum eine Rolle spielt.

          Gewiefte Konkurrenten wie Amazon, Otto oder Zalando zogen daher am langjährigen Platzhirsch des deutschen Modemarktes vorbei. Die zügige Expansion in China, die C&A wohl gemeinsam mit einen finanzstarken Partner durchziehen will, bietet jetzt die Chance, das Versäumte endlich nachzuholen.

          Ulrich Friese

          Redakteur in der Wirtschaft.

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