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Bundesnetzagentur entscheidet : Handy-Gebühren können sinken

  • Aktualisiert am

Sogar die Mainzelmännchen telefonieren. Bild: AP

Mit dem Handy zu telefonieren, könnte bald billiger werden. Dafür sorgt eine Entscheidung der Bundesnetzagentur.

          Die Bundesnetzagentur schreibt den vier Mobilfunknetzbetreibern eine kräftige Preissenkung vor. Die Deutsche Telekom, Vodafone, E-Plus und O2 dürfen nur noch gut 1,85 Cent je Minute für Anrufe verlangen, die aus anderen Netzen kommen, teilte die Regulierungsbehörde mit.

          Damit sinken die Gebühren, die sich die Unternehmen untereinander in Rechnung stellen. Die Preise sind einer der wichtigsten Posten der Netzbetreiber bei der Berechnung der Minutenpreise, die sie von den Handykunden verlangen. Ob damit auch die Endpreise zurückgehen, liegt im Ermessen der Unternehmen - allerdings sorgt die Konkurrenz in der Praxis meistens dafür. Die neue Regelung gilt von Dezember an.

          Preissenkung, weil mehr Daten transportiert werden

          Der Netzagentur zufolge ist der Preisschnitt für die Netzbetreiber gerechtfertigt, da der Datenumsatz im Mobilfunk kräftig steigt. „Immer weniger Kosten werden durch den Sprachverkehr verursacht, so dass dieser einen entsprechend geringeren Anteil an den Gesamtkosten eines Mobilfunknetzes tragen muss“, sagte Jochen Homann, Präsident der Bonner Behörde. Zum anderen bleibe den Unternehmen auch nach der Gebührensenkung noch Spielraum, um weiterhin in den Ausbau ihrer Mobilfunknetze zu investieren.

          Anleger setzten Telefon-Aktien auf die Verkaufsliste. Die Titel der Telekom gaben um 2,3 Prozent nach und damit deutlich stärker als der Dax, der 1,3 Prozent verlor. Die Anteilsscheine von O2 kosteten 1,5 Prozent weniger.

          Die Handynetzbetreiber kritisieren die Entscheidung scharf. „Die Absenkung ist ein schlechtes Signal für weitere Investitionen in modernen breitbandigen Mobilfunk“, sagte ein Telekom-Sprecher. In der Folge gehe den Mobilfunkunternehmen in Deutschland pro Jahr eine halbe Milliarde Umsatz verloren. Für den Konkurrent Vodafone kommt der Preisschnitt zur Unzeit, da Deutschland beim Ausbau der mobilen Datennetze führend sei. „Die Industrie kann zu Recht erwarten, dass dieser Ausbau nicht durch den Abzug von Mitteln für Investitionen durch die Politik gefährdet wird“, sagte ein Sprecher.

          Mit der Senkung der Entgelte in diesem Jahr lässt es die Netzagentur aber nicht bewenden. In einem zweiten Schritt werde die Gebühr ab dem 1. Dezember 2013 noch einmal geringfügig auf 1,79 Cent in der Minute sinken, hieß es. Bislang lagen diese im Fachjargon Terminierungsentgelte genannten Gebühren zwischen 3,36 Cent und 3,39 Cent pro Minute.

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