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Bundesgerichtshof : Auch Haribo darf mit dem Wort „Kinder“ werben

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Die Gestaltung bleibt geschützt - der Begriff „Kinder” nicht Bild: dpa

Ferrero hat einen Streit mit dem Konkurrenten Haribo und der Molkerei Zott endgültig verloren. Wie der Bundesgerichtshof bestätigte, kann sich der Süßwarenhersteller das Wort „Kinder“ nicht markenrechtlich schützen lassen.

          Der Hersteller der „Kinderschokolade“, Ferrero, kann sich den Wortbestandteil „Kinder“ nicht markenrechtlich schützen lassen. Das entschied der Bundesgerichtshof (BGH) in einem am Donnerstag in Karlsruhe verkündeten Urteil. Damit unterlag Ferrero in Verfahren gegen den Konkurrenten Haribo und gegen die Molkerei Zott. Das Unternehmen Ferrero, das die „Kinder Überraschung“ und die „Kinder Schokolade“ vertreibt, wollte Haribo verbieten lassen, unter der Marke „Kinder Kram“ Zuckerwaren, Back- und Konditorwaren anzubieten. Zott sollte daran gehindert werden, ein Milchdessert namens „Kinderzeit“ auf den Markt zu bringen. (Az.: I ZR 6/05)

          Gegen „Kinder Kram“ und „Kinderzeit“

          Ferrero ist zwar Inhaberin mehrerer grafisch gestalteter, teilweise farbiger Marken mit dem Wortbestandteil „Kinder“, die unter anderem für Schokolade eingetragen sind. Nach Auffassung des BGH kann Ferrero für diese Marken aber einen Schutz nur aufgrund ihrer Gestaltung beanspruchen. Der Begriff „Kinder“, der lediglich „die Abnehmerkreise“ beschreibe, verfüge für sich genommen nicht über markenrechtlichen Schutz. Zwischen den grafisch gestalteten Marken Ferreros und den Bezeichnungen „Kinder Kram“ und „Kinderzeit“ gebe es keine Verwechslungsgefahr. Die für ein Verbot erforderliche Ähnlichkeit der Zeichen fehle.

          Das ist der „Kinder Kram” von Haribo

          Der BGH bestätigte damit Urteile des Oberlandesgerichts Köln und des Hamburger Oberlandesgerichts von 2004 und verwarf die dagegen gerichteten Revisionen Ferreros. Der Fall hat in der Süßwarenbranche eine hohe wirtschaftliche Bedeutung. Der Streitwert lag nach Angaben des BGH im Fall Ferrero gegen Zott bei einer Million Euro, im Fall Ferrero gegen Haribo bei 375.000 Euro.

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