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Angeschlagene Warenhäuser : Bund stützt Galeria Karstadt Kaufhof mit 460 Millionen

  • -Aktualisiert am

Der angeschlagenen Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof bekommt Staatshilfen Bild: dpa

Nach Lufthansa und Tui nun Galeria Karstadt Kaufhof: Mit Staatshilfen soll ein weiteres großes Unternehmen gestützt werden. Die Kaufhäuser gelten für viele Fußgängerzonen als unverzichtbare Publikumsmagneten.

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          Die Bundesregierung will den Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof mit einem Darlehen stützen. Das berichtete die Deutsche Presse-Agentur unter Berufung auf den Ausschuss des Wirtschaftsstabilisierungsfonds, der am Mittwoch getagt hat. Das Hilfsangebot in Höhe von bis zu 460 Millionen Euro liege nun dem Unternehmen vor.

          Jonas Jansen

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Mit diesen sogenannten Nachrangdarlehen soll die schwierige Lage des Unternehmens überbrückt werden und Arbeitsplätze gesichert werden. Zuletzt hatte sich auch der Handelsverband an die Bundesregierung gewandt und um Hilfe für Karstadt Kaufhof gebeten, weil über Lieferanten und weitere Unternehmen bis zu 80.000 Stellen an Karstadt Kaufhof hingen.

          Bereits 50 Filialen geschlossen

          Der Warenhauskonzern hatte erst im Herbst ein Insolvenzverfahren abgeschlossen, in dem er sich von 2 Milliarden Euro Schulden lösen konnte. Dafür wurden allerdings fast 50 Filialen geschlossen und 4000 Stellen gestrichen. Die Bundesregierung hatte den Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) im März 2020 gegründet, um in der Corona-Krise große Unternehmen mit Garantien und Kapitalhilfen zu unterstützen und Arbeitsplätze zu erhalten.

          Daraus sind etwa ein milliardenschweres Rettungspaket für die Deutsche Lufthansa und Hilfen für den Reisekonzern Tui entstanden. Karstadt Kaufhof kann etwa die Überbrückungshilfe III nicht in Anspruch nehmen, die bei einem Jahresumsatz von bis zu 750 Millionen Euro gedeckelt ist. Der Einstieg des Staates ist gleichwohl riskant, weil Hilfen daran geknüpft sind, ob eine wirtschaftliche Fortführungsperspektive besteht. Das ist bei dem zuvor schon angeschlagenen Warenhauskonzern umstritten.

          Noch fast 130 Kaufhäuser verbleiben

          Die Corona-Krise hatte den ohnehin angeschlagenen Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof schwer getroffen. Konzernchef Miguel Müllenbach schrieb nach dem abgeschlossenen Insolvenzverfahren in einem Mitarbeiterbrief, Galeria Karstadt Kaufhof melde sich zurück auf dem Spielfeld und werde in den kommenden Wochen und Monaten die Tabelle der erfolgreichen Einzelhändler auf den Kopf stellen.

          Doch machte der zweite Lockdown dem wohl einen Strich durch die Rechnung. Der Konzern selbst hält sich zwar bedeckt, was die momentane Situation angeht. Doch warnte der GKK-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Jürgen Ettl erst vor wenigen Tagen im Gespräch mit der „Lebensmittel Zeitung“: „Aktuell zehren die Fixkosten die Reserven auf. Da lässt sich ganz einfach ausrechnen, wie lange wir einen Lockdown überstehen würden.“

          Der Handelsriese verfügt noch über fast 130 Kaufhäuser. In vielen Innenstädten gelten sie als unentbehrliche Publikumsmagneten, deren Schließung auch vielen umliegenden Läden schwer zu schaffen machen würde.

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