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BUND siegt vor Gericht : Pestizide von Bayer dürfen „bienengefährlich“ genannt werden

  • -Aktualisiert am

Eine Biene fliegt auf Raps - aber nicht auf Pestizide. Bild: obs

Als „Sieg für die Bienen und die Meinungsfreiheit“ sieht es der BUND: Der Umweltverband darf die Pestizide von Bayer weiter als „bienengefährlich“ bezeichnen.

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          Der Umweltverein BUND darf Pestizide des Herstellers Bayer Crop Science „bienengefährlich“ nennen. Darüber hatte es eine gerichtliche Auseinandersetzung gegeben, die am Mittwoch mit einem Urteil zugunsten des BUND vom Landgericht Düsseldorf entschieden wurde.

          Ein Sprecher von Bayer sagte dieser Zeitung, der Konzern prüfe weitere rechtliche Schritte, wenn die schriftliche Begründung vorliege. In dem Streit gehe es nicht um die Frage, ob die Pestizide Bienen schaden, sondern darum, ob deren Benennung als „bienengefährlich“ als freie Meinungsäußerung hingenommen werden müsse.

          Der Streit hatte im Herbst begonnen, weil der Verein in einem Ratgeber zwei Insektizide für Kleingärtner (Lizetan und Calypso) mit jenem Adjektiv belegt hatte. Bayer Crop Science klagte dagegen mit Verweis auf Studien und ein Gutachten des Bundesamtes für Verbraucherschutz, wonach die Wirkstoffe keine Gefahr für Bienen darstellten und erwirkte eine einstweilige Verfügung. Seither durfte der BUND nicht einfach so behaupten, die Produkte seien bienengefährlich.

          Als „Sieg für die Bienen und die Meinungsfreiheit“ sieht der BUND das Urteil. Er beruft sich auf Studien, die den Wirkstoff Thiacloprid als für Bienen schädlich bewerten. Bayer vertritt die Auffassung, die Studienautoren hätten mit Konzentrationen hundertfach über den in der Praxis üblichen Mengen gearbeitet. Die Stoffe gehören zur Gruppe der Neonikotinoide, von denen die EU einige verboten hat. Dagegen klagen die Chemiekonzerne Bayer und Syngenta vor dem EU-Gerichtshof.

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