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Büros duchsucht : Kartellverdacht bei Schienen-Unternehmen

  • Aktualisiert am

Haben die Unternehmen die Preise für Gleise abgesprochen? Bild: Voestalpine

Beamte des Bundeskartellamts haben Büros von sieben Unternehmen der Bahntechnik-Branche durchsucht. Die Unternehmen stehen im Verdacht, Aufträge abgesprochen zu haben.

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          Das Bundeskartellamt hat unter dem Verdacht rechtswidriger Absprachen Razzien bei mehreren Unternehmen aus der Bahntechnik-Branche vorgenommen. Beamte des Kartellamts hätten bei sieben Unternehmen in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg Büroräume durchsucht, sagte eine Sprecher des Kartellamts am Mittwoch.

          Die Unternehmen, die Schienen auf dem sogenannte Privatmarkt vertrieben - also etwa im Bereich von Regionalbahnen, Nahverkehrskunden oder Industriebahnen - stünden im Verdacht, Einzelaufträge seit mindestens 2001 regional abgesprochen zu haben. Namen der betroffenen Firmen nannte der Sprecher nicht.

          Zuvor hatte aber die österreichische Voestalpine eingeräumt, dass eine deutsche Tochter durchsucht worden sei - die Klöckner Bahntechnik GmbH in Duisburg. Voestalpine nehme die Vorwürfe ernst und werde mit den Kartellbehörenden zusammenarbeiten. Auch bei einer ThyssenKrupp-Tochter wurden die Beamten vorstellig: Die Niederlassung München der ThyssenKrupp GfT Gleistechnik GmbH sei durchsucht worden, teilte der Konzern mit. ThyssenKrupp kooperiere mit den Behörden, Verstöße gegen das Kartellrecht würden „in keiner Weise geduldet“. Sollte sich der Verdacht der Wettbewerbshüter erhärten, würden die „notwendigen Konsequenzen“ gezogen. Der Bahntechnikkonzern Vossloh war eigenen Angaben zufolge nicht von den Durchsuchungen betroffen.

          Die Deutsche Bahn erklärte, der Konzern habe bislang keine Kenntnis von wettbewerbswidrigen Praktiken. Der Konzern werde aber prüfen, ob sich solche möglichen Praktiken „zum Nachteil der Deutschen Bahn ausgewirkt haben“.

          An den Razzien beteiligten sich dem Kartellamt zufolge 21 Beamte der Behörde, zwei Staatsanwälte und 20 Polizisten. Bestätigt sich der Verdacht illegaler Absprachen, kann das Kartellamt empfindliche Geldstrafen gegen die beteiligten Unternehmen verhängen.

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