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Buchmesse : So beschleunigen E-Books die Auslese im Buchmarkt

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Immer mehr Eigenpublikationen

In der elektronischen Welt verlieren klassische Verlage aber immer mehr ihre Hoheit über die Titel und Autoren. Das Selbstpublizieren nimmt zu. Jedes Buch wird registriert; seit dem Jahr 1969 mit einer ISBN-Nummer. Seit einigen Jahren vergibt der Börsenverein des Deutschen Buchhandels über seine operative Gesellschaft MVB immer mehr Einzel-ISBN an Personen, die nur ein oder wenige Titel verlegen. Im Geschäftsjahr 2012/13 (per Ende Juli) waren es schon 3700 ISBN, die von sogenannten Selbstverlegern beantragt wurden. „Die Selbstverleger werden die Zahl der deutschsprachigen Neuerscheinungen von heute 90.000 in wenigen Jahren verdoppeln“, erwartet Schild.

Hinzu kommt, dass elektronische Bücher nie mehr aus dem Bestand verschwinden, wenn sie nicht gelöscht werden. Gedruckte Titel sind irgendwann ausverkauft und werden dann vom Verlag aus dem Bestand der lieferbaren Titel getilgt. Elektronische Bücher können ewig im Bestand bleiben. „Beide Entwicklungen - mehr neue Titel und kein Wegfall durch ausverkaufte Titel - erfordern einen neuen Umgang mit Metadaten über Bücher“, sagt Schild. Kataloge müssen ganz neu gestaltet werden, um die Suche nach Büchern zu erleichtern und teilweise auch erst zu ermöglichen. „Das Thema E-Books wird zunehmend zu einem Big-Data-Thema“, beobachtet Schild.

Bis zum Jahr 2017 wird allein der Markt für elektronische Bücher in der Belletristik sowie bei Kinder- und Jugendbüchern auf 852 Millionen Euro steigen, erwarten die Marktexperten von PWC, „was einem durchschnittlichen jährlichen Anstieg von 43 Prozent und einem Anteil von mehr als 16 Prozent am Gesamtmarkt für Belletristik entspricht“. Was aber auch bedeutet, dass auch 2017 noch 84 Prozent aller Bücher als gedruckte Werke gekauft werden.

Lukratives Geschäft

Wenn das Marktvolumen insgesamt stagnieren soll bei knapp 10 Milliarden Euro, dann müssen die Freunde elektronischer Bücher mehr lesen, denn E-Books kosten in der Regel 20 bis 30 Prozent weniger als die gedruckte Version. Dennoch sind sie vor allem für den Handel ein ertragreiches Geschäft. Selbst wenn man berücksichtigt, dass zu dem niedrigeren Preis noch der höhere Steueranteil von 19 Prozent (bei gedruckten Büchern sind es nur 7 Prozent) kommt, so sorgt allein der Wegfall der Logistikkosten (etwa 10 Prozent) dafür, dass der Verkauf elektronischer Bücher unter dem Strich sehr lukrativ ist.

Allerdings für immer weniger Händler. Viele der knapp 7000 Buchhändler werden an diesem Geschäft nicht partizipieren. „Die Digitalisierung führt langfristig wohl nur zu einer Handvoll Anlaufstellen für elektronische Bücher“, ist Dalheimer überzeugt. Man könne sich vom Wettbewerb nur über bessere und umfangreichere Inhalte, über große Datenverarbeitungskapazitäten und über einen Service abheben, den sich kleine Anbieter kaum leisten können. Der Markt ist nicht nur in Bewegung - er steht auch vor einem Ausleseprozess.

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