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Buchhandel : Hugendubel übernimmt ebook.de

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Wächst: Das Buchhandelsunternehmen Hugendubel will nicht mehr nur vor Ort Filialen haben, sondern verstärkt Online Geld verdienen Bild: dpa

Das Internet wird als Absatzkanal für Bücher immer wichtiger. Deshalb übernimmt der Buchhändler Hugendubel ebook.de von Libri.

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          Das familiengeführte Münchener Buchhandelsunternehmen Hugendubel übernimmt zum 1. Juli die Mehrheit an dem Internetunternehmen ebook.de. Dieses gehörte bisher zu einhundert Prozent zur Libri-Gruppe, die vor allem als Großhändler die Buchhandlungen mit Büchern versorgt. Ebook.de war neben Book on Demand (BOD) auf Endkunden fokussiert und somit ein kleiner Teil der Libri-Gruppe, die den Hamburger Brüdern Herz gehört.

          Hugendubel kann mit der Übernahme seine Neuaufstellung nach der Trennung vom insolventen Weltbild-Konzern, Augsburg, abschließen. Die letzte Verbindung bestand noch im Internetgeschäft, weil das Portal Hugendubel.de von buecher.de gestaltet wurde, einer Tochtergesellschaft von Weltbild.

          „Mit der Übernahme von ebook.de haben wir erstens das Knowhow zur Gestaltung des Internetauftritts und zweitens damit die vollständige Kontrolle über unseren Internetauftritt im eigenen Haus“, begründet Nina Hugendubel den Erwerb. Ebook.de ist zwar in erster Linie ein Anbieter elektronischer Bücher zum Herunterladen auf das Lesegerät Tolino, aber zum kleineren Teil auch ein Internethändler für gedruckte Bücher. Alle 25 Mitarbeiter in Hamburg werden übernommen und werden künftig auch den Internetauftritt von Hugendubel betreuen. Geschäftsführer bleibt der branchenerfahrene Per Dalheimer.

          Bleibt Geschäftsführer: Per Dalheimer führt auch weiterhin eBook.de
          Bleibt Geschäftsführer: Per Dalheimer führt auch weiterhin eBook.de : Bild: obs

          Hugendubel besteht jetzt nach den Worten von Maximilian Hugendubel, der das Unternehmen gemeinsam mit seiner Schwester Nina führt, aus den vier Säulen Endkundengeschäft (90 Buchhandelsfilialen), Internet (Hugendubel.de, ebook.de), dem Geschäft mit elektronischen Büchern rund um das Buchlesegerät Tolino und dem Großkundengeschäft, in dem unter Hugendubel Fachinformationen (HFI) Unternehmen, Behörden und Hochschulen bedient werden. Exakte Zahlen nennt das Handelsunternehmen nicht. Dass die Branche den Umsatz auf etwa 300 Millionen Euro schätzt, lässt man in München unwidersprochen stehen. Hugendubel beschäftigt 1700 Mitarbeiter.

          „In den kommenden Monaten und Jahren kommt es darauf an, die einzelnen Absatzkanäle optimal miteinander zu verflechten. Unsere Zukunft liegt im kombinierten Geschäft“, beschreibt Nina Hugendubel die anstehenden Aufgaben. Der Anteil jener Kunden steige, die im Internet ein Buch kaufen, es aber in der Filiale abholen. „Das hat verschiedene Gründe. Die einen sind nicht zu Hause, wenn der Briefträger kommt und kommen lieber nach Feierabend in der Buchhandlung vorbei; die anderen wollen das Buch vor dem endgültigen Kauf noch einmal in die Hand nehmen, und ein dritter Teil möchte auch immer noch einmal in der Buchhandlung stöbern.“

          Markt für elektronische Bücher von Amazon dominiert

          Daher ist auch ein Internetanteil am Umsatz nicht exakt zu berechnen. „Aber insgesamt ist das Internet unser größtes Flaggschiff“, betont Nina Hugendubel und meint damit, dass der Internetumsatz höher sei als jener der besten Filiale. Innerhalb des Internetumsatzes – der gedruckte wie elektronische Bücher umfasst – mache der reine Digitalbereich, also das elektronische Buch, mehr als 50 Prozent aus. Durch die Übernahme von ebook.de kann Hugendubel seinen Anteil, der bisher bei 3 Prozent am deutschen Markt für elektronische Bücher lag, mehr als verdoppeln. Man habe künftig einen Marktanteil im hohen einstelligen Prozentbereich, sagt Nina Hugendubel.

          Der deutsche Markt für elektronische Bücher wird nach Erhebungen der GfK für 2014 auf 176 Millionen Euro geschätzt. Den teilen sich zum größten Teil der amerikanische Anbieter Amazon und die deutsche Tolino-Allianz, die beide auf etwa 40 Prozent des Marktes kommen, wobei der Tolino als elektronisches Lesegerät in den vergangenen Monaten am Kindle von Amazon vorbeiziehen konnte. Innerhalb der Tolino-Allianz ist Thalia der größte Anbieter elektronischer Bücher (20 Prozent Marktanteil), gefolgt von Weltbild mit 12 Prozent.

          Hugendubel zeigt sich optimistisch

          Der Rest bis zu gut 40 Prozent entfällt auf Hugendubel, buecher.de, den Club Bertelsmann und Libri. Libri bleibt – trotz des Verkaufs von ebook.de – weiterhin wichtiger Partner der Tolino-Allianz. Über Libri können auch einzelne Buchhandlungen elektronische Bücher über ein eigenes Internetportal anbieten. Die Belieferung erfolgt dann über Libri.

          Hugendubel habe sich mit der Übernahme nach der Weltbild-Schieflage nicht nur gefangen. „Indem wir gemeinsam mit unseren Partnern das Lesegerät Tolino als echte Alternative zum Kindle von Amazon etabliert haben und wir mit unserer Filiale am Münchener Marienplatz zeigen konnten, dass der Buchhandel auch im Wettbewerb um die besten Standorte mithalten kann, können wir als Buchhändler und als Teil des deutsche Buchhandels wieder optimistischer in die Zukunft sehen als noch vor wenigen Monaten“, ist Maximilian Hugendubel überzeugt.

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