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Unglück in Italien : Brückeneinsturz in Genua hat Folgen für die Allianz

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Der „Allianz“-Schriftzug über dem Eingangsbereich an der Filialdirektion in Frankfurt Bild: Jakob von Siebenthal

Der Betreiber der teilweise eingestürzten Brücke in Genua hat enge geschäftliche Beziehungen mit der Allianz. Für den Münchener Konzern könnte das Unglück deshalb teuer werden.

          Der Versicherer Allianz ist gleich zweifach vom Brückeneinsturz im italienischen Genua betroffen. Der Konzern gehört nicht nur zu den Versicherern des Bauwerks, sondern ist auch an der Betreibergesellschaft Autostrade per l’Italia beteiligt, wie eine Allianz-Sprecherin am Samstag bestätigte. Zuvor hatte die „Welt am Sonntag“ darüber berichtet. Beim Einsturz der Autobahnbrücke waren mindestens 41 Menschen getötet worden.

          Die Allianz gehöre als kleiner Partner einem Konsortium an, das das Bauwerk versichert habe, hieß es. Die Beteiligung bewege sich im einstelligen Prozentbereich. Im Sommer 2017 hatte sich ein Konsortium aus Allianz, dem französischen Versorger EDF und dem niederländischen Fonds DIF mit 6,94 Prozent an Autostrade per l’Italia beteiligt. Auf den deutschen Versicherer entfallen 60 Prozent der Anteile an dem Konsortium.

          Noch keine Schätzungen über Schadenshöhe

          Das Konsortium habe im vergangenen Jahr gut eine Milliarde Euro für die Anteile bezahlt, schreibt die „Welt am Sonntag“ unter Berufung auf den Atlantia-Konzern, den Haupteigentümer von Autostrade per l’Italia. Demnach dürfte allein die Allianz gut 600 Millionen Euro in Autostrade per l’Italia investiert haben, hieß es.

          Einen Anhaltspunkt für den Wertverlust, der auch dem deutschen Miteigentümer drohen könnte, liefert der Kurs der Atlantia-Aktie. Sie brach zeitweise um rund ein Viertel ein. Haupteigentümer von Atlantia ist die italienische Benetton-Familie, die vor allem für die gleichnamige Modemarke bekannt ist. Über die Schadenshöhe ist derzeit noch nichts bekannt. Als die Autobahnbrücke Wiehltal 2004 durch einen brennenden Tanklaster beschädigt wurde, beliefen sich die Reparaturkosten auf rund 30 Millionen Euro. Die Brücke war jedoch nicht eingestürzt. 

          ATLANTIA S.P.A. EO 1

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