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Broadcom-Chef Tan : Abgeblitzt bei Trump

Broadcom-Chef Hock E. Tan im November im Weißen Haus Bild: AFP

Broadcom-Chef Tan hat sein Unternehmen fast aus dem Nichts zu einem der größten Chip-Anbieter der Welt gemacht. Kaufen darf er den Wettbewerber Qualcomm nicht – trotz Charmeoffensive im Weißen Haus.

          3 Min.

          Als Hock E. Tan im vergangenen Herbst neben Donald Trump im Oval Office des Weißen Hauses stand, redete er sich in seinen gewohnt kurzen Sätzen, in fließendem Englisch und mit einer nahezu atemlosen Stimme durch seinen Lebenslauf: Geboren in Malaysia, studiert an zwei Ostküsten-Universitäten in Amerika, gearbeitet hat er auf der halben Welt. Der Vorstandsvorsitzende des Halbleiterkonzerns Broadcom hat mittlerweile einen amerikanischen Pass und ist einer der reichsten Immigranten in den Vereinigten Staaten. Er lebt seinen amerikanischen Traum und dreht ein unternehmerisches Rad, das halb so groß ist wie die gesamte Wirtschaftsleistung seines Geburtslandes. Trump war begeistert von seinem Besucher, zumal der ihm ein großes Geschenk mitgebracht hatte. Broadcom werde seinen Hauptsitz in die Vereinigten Staaten zurückbringen, versprach Tan. Das Unternehmen hat amerikanische Wurzeln und hier bis heute eine starke Präsenz, seine Zentrale ist aber in Singapur. Trump lobte Broadcom als „eines der wirklich großartigen, großartigen Unternehmen“.

          Stephan Finsterbusch
          Redakteur in der Wirtschaft.
          Roland Lindner
          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Nur ein paar Tage nach diesem öffentlichkeitswirksam inszenierten Termin wurde klar, dass Tan gute Gründe hatte, sich bei Trump einzuschmeicheln. Broadcom kündigte an, den kalifornischen Wettbewerber Qualcomm für mehr als 100 Milliarden Dollar kaufen zu wollen. Es war ein kühnes Manöver. Tan wagte die größte Übernahme aller Zeiten in der Technologiebranche, mit der er einen neuen Giganten in der 420 Milliarden Dollar schweren Halbleiterindustrie geschmiedet hätte. Und vielleicht dachte er sich, im Zeitalter von Trumps „America First“-Philosophie könnte er mit dem Umzugsversprechen etwaigen politischen Widerstand umgehen. Denn die amerikanische Regierung sieht die Halbleiterindustrie zunehmend als sensibles Gebiet an und hat hier mehrere Fusionsvorhaben vereitelt.

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