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Druck nach Ukrainekrieg : Britischer Ex-Minister schmeißt bei russischem Konzern das Handtuch

  • Aktualisiert am

Greg Barker verlässt den russischen Aluminiumkonzern EN+. Bild: dpa

Der britische Ex-Minister tritt als Vorsitzender des Aluminiumkonzerns von Oleg Deripaska zurück. Die Tories sind auf ihn sauer.

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          Der ehemalige britische Politiker Greg Barker hat nach zunehmendem Druck seinen Rücktritt als Vorsitzender (Chairman) des russischen Aluminiumkonzerns EN+ angekündigt. Der frühere Staatsminister für Energie und Klima in der Cameron-Regierung, der als Lord Barker of Battle im Oberhaus sitzt, hatte tagelang gezögert, doch wurde der Ruf nach einem Rücktritt immer lauter. Seine Position sei „nicht länger haltbar“, teilte der 56-Jährige nun mit. 2020 hatte er als Chairman von EN+ rund 4 Millionen Dollar, im Jahr zuvor sogar fast 8 Millionen Dollar Gehalts- und Bonuspaket kassiert.

          Hauptaktionär von EN+ ist der unter US-Sanktionen stehende Milliardär Oleg Deripaska. Dem Aluminium-Oligarchen gehören 45 Prozent der Anteile. Der Moskauer Konzern mit rund 90 000 Mitarbeitern in zwölf Ländern kontrolliert unter anderem das Deripaska-Unternehmen Rusal, den – außerhalb Chinas – größten Aluminiumproduzenten der Welt. Barker hatte noch vorige Woche argumentiert, seine Position sei notwendig. „EN+ ist eine sehr internationale Firma mit einem großen Betrieb in der Ukraine“, sagte er der „Times“. „Wie auch immer das ausschaut, ich habe Verantwortung für Tausende Angestellte vor Ort in der Ukraine, und ich werde mich vor dieser Verantwortung nicht drücken.“ Jetzt war das nicht mehr zu halten. Auch der Amerikaner Christopher Bancroft, ein Ex-Militär, Regierungsmitarbeiter und dann Fondsgründer, sowie die Britin Joan MacNaughton traten als unabhängige Vorstandsmitglieder von EN+ zurück.

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