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Vor der Brexit-Abstimmung : „Sie halten die Zukunft der britischen Autoindustrie in Händen“

BMW fertigt den Mini in Britannien. Bild: AFP

Britische und deutsche Unternehmen richten sich mit dramatischen Appellen an die Londoner Abgeordneten. Ob das was bringt?

          Unmittelbar vor der historischen Brexit-Abstimmung im Londoner Unterhaus wenden sich Vertreter deutscher und britischer Unternehmen mit deutlichen  Worten an die Abgeordneten. „Eine Ablehnung des Austrittsabkommens wäre dramatisch. Dadurch würde eine schwierige Situation völlig unberechenbar“, warnte Joachim Lang, der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) an diesem Dienstag. „Wir appellieren an die Parlamentarier in London, sich ihrer großen Verantwortung bewusst zu sein. Heute Abend muss sich Pragmatismus durchsetzen.“ Ansonsten drohe im März großer wirtschaftlicher Schaden durch einen ungeordneten Brexit. Das müsse „unbedingt vermieden“ werden, sagte Lang.

          Marcus Theurer

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

          In dramatischen Worten werben auch die britischen Autohersteller dafür, den umstrittenen Brexit-Deal anzunehmen: Die Parlamentarier hielten „die Zukunft der britischen Automobilindustrie – und die hunderttausende von Arbeitsplätzen für die sie sorgt – in ihren Händen“, sagte Mike Hawes, der Chef des Branchenverbands SMMT. Die negativen Auswirkungen eines No-Deal-Brexits wären nach dem Austritt „nicht binnen Monaten oder Wochen, sondern binnen Stunden“ zu spüren, warnte der Autolobbyist. Die Hersteller sehen vor  allem die Versorgung mit Bauteilen gefährdet.

          Auch die Confederation of British Industry (CBI), der größte Unternehmensverband in Großbritannien, fordert die Abgeordneten auf, für das Austrittsabkommen zu stimmen. „Das ist kein Spiel, es geht darum, dass die Arbeitsplätze der Menschen bedroht sind“, sagte der CBI-Präsident John Allan. Eine „riesige Mehrheit“ der britischen Unternehmen wolle, dass die Abgeordneten für den Brexit-Deal stimmen. Der Wirtschaft auf der Insel  drohe sonst ein „irreparabler Schaden“.

          Die Aussichten, dass das Unterhaus am Abend für den Brexit-Deal stimmt, sind allerdings denkbar gering. Praktisch alle Beobachter rechnen damit, dass die britische Premierministerin Theresa May eine Niederlage erleidet und das Austrittsabkommen abgeschmettert wird.

          Wie es danach weiterginge ist unklar, doch ist der Zeitdruck enorm: Der Zeitplan sieht vor, dass die Briten am 29. März aus der EU ausscheiden. Ohne Austrittsabkommen droht ein ungeordneter Brexit. Dieser könnte kurzfristig zu schweren Störungen im britisch-europäischen Handel führen. Die anderen EU-Staaten sind die mit Abstand wichtigsten Handelspartner der Briten. Zugleich ist das Königreich ein wichtiger Abnehmer für deutsche Exportgüter.

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