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Sanjeev Gupta : Britische Ermittler nehmen Greensill-Kunden GFG ins Visier

  • Aktualisiert am

Sanjeev Gupta während eines Interviews in London im Jahr 2019. Bild: AFP

Die Greensill-Affäre zieht weitere Kreise: Gegen die Unternehmensgruppe des Milliardärs Sanjeev Gupta wird in Großbritannien ermittelt. Es geht um betrügerischen Handel, Betrug und Geldwäsche.

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          In Großbritannien ermittelt die Anti-Korruptions-Behörde (SFO) wegen Betrugsverdachts gegen den Konzern von Milliardär Sanjeev Gupta, der einer der größten Kunden der insolventen Greensill-Bank war. Die SFO teilte am Freitag mit, sie ermittele wegen Verdachts auf Betrug, betrügerischen Handel und Geldwäsche mit Blick auf die Finanzierung und das Verhalten von Firmen in der Gupta Family Group Alliance (GFG Alliance) - eingeschlossen die finanziellen Verabredungen mit der Greensill Capital UK.

          Weitere Angaben wollte die Behörde unter Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht machen. Die britische GFG Alliance war einer der größten Kunden von Greensill und schuldete dem Unternehmen Milliarden, als es pleite ging. GFG Alliance ist seitdem auf der Suche nach neuen Geldgebern - sogar die Schließung der Stahlwerke von Liberty Steel droht. AFP erfuhr in der vergangenen Woche aus Verhandlungskreisen, dass GFG Alliance über einen Kredit in Höhe von 200 Millionen Pfund (232 Millionen Euro) verhandelt. Die Regierung hat jegliche Unterstützung verweigert.

          Ex-Premier Cameron steht im Mittelpunkt

          GFG beschäftigt rund 5000 Menschen in Großbritannien, die meisten von ihnen arbeiten beim Stahlkonzern Liberty Steel. Der hat auch Stahlwerke in Frankreich und wollte im vergangenen Jahr die Stahlsparte von Thyssenkrupp kaufen. Greensill, spezialisiert auf die sogenannte Lieferkettenfinanzierung, hatte vor allem Unternehmen Geld geliehen. Im März musste das Unternehmen in Großbritannien Insolvenz anmelden. Auch die Bremer Greensill Bank wurde von der deutschen Finanzaufsicht geschlossen. In der Schweiz ist die Credit Suisse von der Insolvenz von Greensill stark betroffen.

          In Großbritannien steht Ex-Premier David Cameron im Mittelpunkt der Affäre: Er war Berater von Greensill und lobbyierte für das Unternehmen bei der britischen Regierung. Finanzminister Rishi Sunak gab zu, dass er seine Mitarbeiter „unter Druck gesetzt“ habe, um Camerons Antrag zu prüfen, dass Greensill staatliche Zuschüsse erhält. Das Vorhaben scheiterte allerdings.

          Premierminister Boris Johnson leitete eine unabhängige Untersuchung ein. In der vergangenen Woche sagte der Gründer und Chef von Greensill, Lex Greensill, vor dem Finanzausschuss des Parlaments aus. Er übernahm „die volle Verantwortung für den Zusammenbruch“ der Bank. Gleichzeitig gab er dem Versicherer Tokio Marine eine Mitschuld, der während der Corona-Pandemie die Deckung für Kredite an Greensill-Kunden zurückgezogen hatte.

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