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74 Milliarden Dollar : In Amerika bahnt sich ein Pharma-Mega-Deal an

  • Aktualisiert am

Das Logo des Pharma-Konzerns Bristol-Myers Squibb in Lawrence Township, New Jersey Bild: AP

Der Pharma-Konzern Bristol-Myers Squibb will den Biopharma-Spezialisten Celgene für eine Rekordsumme kaufen. Das lässt die Celgene-Aktie um 30 Prozent nach oben schnellen.

          Megadeal in der amerikanischen Pharmaindustrie: Der Branchenriese Bristol-Myers Squibb (BMS) will den Biopharma-Spezialisten Celgene für den Gegenwert von rund 74 Milliarden Dollar übernehmen. Der Zukauf wäre nach der Übernahme von Warner-Lambert durch Pfizer im Jahr 1999 für knapp 112 Milliarden Dollar der zweitteuerste der Pharma-Branche Amerikas und der drittgrößte weltweit.

          Celgene-Aktionäre sollen pro eigener Aktie ein BMS-Papier und 50 Dollar erhalten, wie die Unternehmen am Donnerstag in New York mitteilten. Der Aufsichtsrat von Celgene habe dem Geschäft bereits zugestimmt. Die Anteilseigner der Biotechfirma sollen zudem einen Optionsschein erhalten, der ihnen eine Zahlung von neun Dollar zusichert, wenn drei bestimmte neue Medikamente von Celgene in den nächsten Jahren in Amerika zugelassen werden.

          Das Riesengeschäft soll einen führenden Hersteller von Biopharma-Medikamenten formen, der sich auf Krebsmedikamente, Entzündungen und Erkrankungen des Immunsystems und der Blutgefäße konzentrieren will. Zusammen hoffen die beiden Unternehmen, in der nächsten Zeit sechs neue Medikamente mit einem Umsatzpotenzial von mehr als 15 Milliarden Dollar auf den Markt bringen zu können. Im frühen Stadium der Entwicklung befänden sich alleine 50 Produkte mit hohem Potenzial. Durch den Zukauf erwartet Bristol-Myers zudem jährliche Einsparungen von rund 2,5 Milliarden Dollar bis 2022. Der Konzern will nach dem Abschluss zudem einen beschleunigten Aktienrückkauf über bis zu 5 Milliarden Dollar durchziehen. Die Unternehmen erwarten den Vollzug im dritten Quartal 2019. 

          Die Papiere von Celgene waren am Mittwoch bei 66,64 Dollar aus dem Handel gegangen, Bristol-Myers-Aktien kosteten gut 52 Dollar. Im vorbörslichen Handel verloren die Papiere von Bristol 13 Prozent, Celgene-Aktien legten um mehr als 30 Prozent zu. 

          Bristol-Myers kann mit der Übernahme auch sein lukratives Geschäft mit Krebsimmuntherapien weiter ausbauen. Celgene selbst hatte sich in dem Bereich erst im vergangenen Jahr mit dem Kauf des Krebsspezialisten Juno Therapeutics für neun Milliarden Dollar verstärkt.

          Die Pharmaindustrie befindet sich seit Jahren in einem unaufhörlichen Konzentrationsprozess. Da viele Patente auslaufen und die Kosten für Forschung und Entwicklung steigen, bündeln immer mehr Firmen ihre Kräfte. Im vergangenen Jahr hatte der japanische Arzneimittelhersteller Takeda den irischen Rivalen Shire für 59 Milliarden Dollar übernommen.

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