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Nach Brexit-Warnung : Jaguar Land Rover streicht jede zehnte Stelle

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Verzweifelte unter Luxusautos: Nach der Ankündigung des Stellenabbaus versammelten sich zahlreiche Mitarbeiter von Jaguar Land Rover, hier in Liverpool. Bild: dpa

Nach einer eindringlichen Warnung vor dem Brexit macht Großbritanniens größter Autohersteller nun ernst: 4500 Mitarbeiter müssen gehen – vor allem britische.

          Der traditionsreiche britische Autohersteller Jaguar Land Rover streicht 4500 Jobs und damit rund 10 Prozent seiner Stellen. Das Unternehmen müsse seine Kosten reduzieren und sich auf sein langfristiges Wachstum in der Zukunft konzentrieren, teilte der Autobauer an diesem Donnerstag mit. Begonnen werde mit einem „freiwilligen“ Programm in Großbritannien, hieß es weiter.

          Die Stellenstreichungen betreffen auch fast ausschließlich das Heimatland des Herstellers, wo das Unternehmen 42.500 seiner weltweit 44.000 Mitarbeiter beschäftigt. Medienberichten zufolge sollen vor allem Jobs in der Verwaltung wegfallen. Der Abbau der Arbeitsplätze reiht sich ein in ein umfangreiches Sparprogramm, mit dem der Autobauer in 18 Monaten rund 2,5 Milliarden Pfund einsparen will. Im vergangenen Jahr verließen bereits 1500 Mitarbeiter das Unternehmen.

          Hauptgrund: der Brexit

          Jaguar Land Rover ist der größte Fahrzeughersteller Großbritanniens und gehört inzwischen zum indischen Konzern Tata Motors. Er zählt zu denjenigen, die am lautstärksten vor den Folgen des Brexits für britische Produzenten gewarnt haben.

          Jaguar Land Rover kämpft an verschiedenen Fronten: So machen dem Unternehmen Probleme mit der Dieseltechnologie sowie ein Rückgang des Absatzes in China genauso zu schaffen wie die Unsicherheit rund um den Brexit. Im Sommer vergangenen Jahres hatte Jaguar Land Rover vor möglichen Milliardeneinbußen bei einem „schlechten Brexit“ gewarnt und mit einer drastischen Anpassung des Investitionsbudgets gedroht.

          Früher an diesem Donnerstag hatte schon Ford angekündigt, in Europa mehrere tausend Stellen streichen zu wollen. Als einen der Gründe führte auch der amerikanische Autohersteller den Brexit an.

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