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Wegen des Brexits : Ryanair nimmt britischen Aktionären Stimmrechte

Brexit-Vorkehrungen getroffen: Ryanair-Jet auf dem Flughafen von Luton nahe London Bild: Reuters

Aktien ja, Mitabstimmen nein: Mehrere Airlines machen Anlegern aus Großbritannien Auflagen. Grund ist der Brexit – und die Sorge, dass ansonsten mancher Flug gefährdet wäre.

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          Ryanair macht ernst. Zum Jahresende entzieht die Billigfluggesellschaft ihren britischen Aktionären Stimmrechte. Diesen Schritt hatte Ryanair schon am 11. März 2019 im Falle eines harten Brexits angekündigt. Das Unternehmen will so sicherstellen, dass es auch von 2021 an alle geplanten Flüge in der EU durchführen darf.

          Timo Kotowski
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Flugrechte gründen auf der Bedingung, dass eine Gesellschaft mehrheitlich Aktionären aus der EU gehört beziehungsweise unter deren Einfluss steht. Ryanair sitzt zwar in Irland, doch knapp die Hälfte der Aktionäre stammen aus Großbritannien. Würden diese weitere Aktien kaufen, wäre schnell die entscheidende Schwelle überschritten.

          Aus demselben Grund kündigte Ryanairs Konkurrent Wizzair mit Sitz in Ungarn an, Stimmrechte zu entziehen. Weil die Gesellschaft Aktionäre aus Großbritannien und weiteren Nicht-EU-Ländern hat, werden nun rund 60 Prozent der Anteilseigner von der Stimmabgabe auf Hauptversammlungen ausgeschlossen. Ansonsten hätte Wizzair seinen Status als EU-Fluggesellschaft verlieren können.

          Übergangsregelung endet

          Bislang hatten Airlines von einer Übergangsregelung profitiert, die ihnen nach dem formalen Brexit dieselben Rechte einräumte wie vor dem Austritt des Vereinigten Königreichs. Doch die Frist läuft nun aus, ohne dass in den Brexit-Vereinbarungen der vergangenen Woche eine vollwertige Anschlussregelung beschlossen wurde. Die Verhandlungspartner waren lediglich übereingekommen, eine Öffnungsklausel für weitere zwölf Monate sondieren zu wollen.

          Unmittelbare Flugverbote standen somit wohl nicht bevor, doch die Gesellschaften wählen nun den sicheren Weg. Denn mehrheitlich britischen Investoren gehörenden Gesellschaften gehen formal auch Rechte für EU-Flüge verloren, die weder in Großbritannien starten noch landen als auch nicht britischen Luftraum queren. Verbindungen von Schweden nach Spanien oder von Frankreich nach Rumänien etwa würden so zum Problem, wenn wegen des Brexits EU-Eigner nicht mehr die Mehrheit der Stimmrechte kontrollieren.

          Zahlreiche Airlines reagieren

          Nicht nur Ryanair und Wizzair haben Vorkehrungen getroffen, um Störungen im Flugverkehr abzuwenden. Der British-Airways-Mutterkonzern IAG beruft sich darauf, dass die Holding in Spanien sitzt wie auch die British-Airways-Schwestergesellschaften Iberia und Vueling. Für diese soll sichergestellt sein, dass sie als EU-Gesellschaften gelten.

          Der britische Billigflieger Easyjet hatte zwar schon in der Vergangenheit für EU-Flüge einen Ableger nach österreichischem Recht aufgebaut, veröffentlichte nun aber einen Verwaltungsratsbeschluss, dass ebenfalls Stimmrechte entzogen werden sollen, falls bis Silvester nicht doch noch eine Vereinbarung zwischen EU und Großbritannien zustande kommt. Allerdings will Easyjet nur Stimmrechte der Aktionäre kassieren, die zuletzt zugekauft hatten, um das Stimmgewicht der Nicht-EU-Eigner unter 49,5 Prozent zu drücken. Zuletzt betrug es laut Easyjet 52,98 Prozent.

          Die Ferienfluggesellschaft Condor kann indes auf solche Schritte verzichten. In der Vergangenheit war der Brexit auch in der Zentrale nahe dem Frankfurter Flughafen Thema. Bis zur Insolvenz des Reisekonzerns Thomas Cook im Herbst 2019 gehörte Condor zu dem britischen Unternehmen. Nach dem Neustart liegen nun jedoch alle Anteile bei einer deutschen Treuhandgesellschaft, die sie als Sicherheit für gewährte Hilfskredite an die staatliche KfW-Bank verpfändet hat.

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