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VW und die deutsche Wirtschaft : Bremst Volkswagen die Konjunktur?

Volkswagen steht insgesamt für 2 bis 3 Prozent der deutschen Wirtschaftsleistung, hat ein Volkswirt ausgerechnet. Bild: dpa

Volkswagen ist so groß, dass das Wohl und Wehe dieses einzelnen Konzerns sogar die Konjunktur Deutschlands insgesamt beeinflusst. Der Anteil an der Wertschöpfung Niedersachsens ist atemberaubend.

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          Wenn Volkswirte über die Konjunktur nachdenken, geht es normalerweise um die ganz großen Themen: die Schuldenkrise in Griechenland, die Wachstumsverlangsamung in China oder die Zinsentscheidungen der Zentralbanken. Einzelne Unternehmen haben in den Konjunkturanalysen nichts zu suchen. Aber was ist schon normal, wenn es um Volkswagen geht?

          Johannes Pennekamp

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaftsberichterstattung, zuständig für „Die Lounge“.

          „Die Folgen sind noch nicht absehbar, aber der Diesel-Skandal hat das Zeug, die Konjunktur zu schwächen“, sagt Carsten Brzeski, der Chefvolkswirt der ING Diba. Der Grund für diese überraschende Analyse ist die schiere Größe des Wolfsburger Konzerns. Brzeski hat nachgerechnet: Nimmt man alle VW-Marken zusammen und betrachtet auch die Zulieferer des Autokonzerns, dann mache Volkswagen 2 bis 3 Prozent der deutschen Wirtschaftsleistung (BIP) aus.

          „500.000 bis 600.000 Beschäftigte hängen zudem direkt oder indirekt an VW“, sagt der Volkswirt. Hochgerechnet auf alle Beschäftigten in Deutschland sind das immerhin etwa 1,5 Prozent.

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          Er warnt davor, nun in Panik zu verfallen. Aber falls Volkswagen tatsächlich eine sehr hohe Strafe zahlen muss – die Rede ist von bis zu 18 Milliarden Euro – und der Konzern auch viele Millionen Autos umrüsten müsse, dann sei der Schaden beträchtlich. Hinzu kommt der Reputationsverlust für Volkswagen, der auch auf andere deutsche Hersteller abstrahlen könne. „Das kann schon Einfluss haben auf die Konjunktur“, sagt Brzeski. In harten Zahlen könne man das aber wohl frühestens Anfang kommenden Jahres machen.

          Volkswagen sei auch deshalb ein Risiko für die Konjunktur, weil der Skandal um das Unternehmen die Autoindustrie trifft und damit das Herz der deutschen Industrie. Die gesamte Branche hat im vergangenen Jahr nach Angaben des Verbandes der deutschen Automobilindustrie knapp 370 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftet. Rund ein Fünftel des gesamten Umsatzes des verarbeitenden Gewerbes in Deutschland fiel zuletzt auf den Fahrzeugbau.

          „Die Gefährdung kommt von innen“

          Besonders betroffen von einer Schwäche des Konzerns wäre Niedersachsen. Das Land ist nicht nur ein großer Anteilseigner. Betrachtet man die 50 umsatzstärksten Unternehmen des Flächenlandes, entfallen „fast 66 Prozent der Wertschöpfung“ auf VW, hat die Nord LB im Jahr  2013 ausgerechnet.

          Mit konkreten Prognosen ist Brzeski aus guten Gründen vorsichtig. Er nennt die VW-Krise aber in einem Atemzug mit den Gefährdungen für die Konjunktur, die von Griechenland oder China ausgegangen sind oder noch ausgehen. „Der Unterschied ist“, sagt der Banken-Volkswirt, „dass die Konjunktur all die Gefährdungen von außen bislang gut gemeistert hat – die Gefährdung nun aber von innen kommen kann.“

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