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Brauereien : Deutsches Bier für China

  • -Aktualisiert am

Auch in Peking wird Paulaner gezapft - allerdings kostet hier die Halbe schon mal zehn Euro. Bild: action press

Wenn die Deutschen schon nichts mehr trinken, müssen die Chinesen ran: Der Bierexport erreicht ungeahnte Ausmaße.

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          15.686 olympische Schwimmbecken: Das 2012 in China ausgestoßene Bier könnte genau diesen Rauminhalt füllen – das entspricht 490 Millionen Hektoliter Gerstensaft. Das Land ist längst zum größten Biermarkt der Welt aufgestiegen, und langsam, aber sicher entdecken auch die deutschen Brauereien China für sich. Nach der deutschen Autoindustrie und den Maschinenbauern setzen jetzt die Brauer ihre Hoffnungen in China. 2005 noch führten deutsche Brauereien lediglich 25.000 Hektoliter Bier ins Reich der Mitte aus. Seitdem sind die Verkäufe um das Vierzigfache gestiegen – 2013 waren es über eine Million Hektoliter.

          Ein treibender Faktor ist die Absatzkrise in der Heimat – der Pro-Kopf-Verbrauch ist seit Jahren im Sinkflug und befindet sich auf dem niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung. Gerade einmal 95 Liter Bier trank der Durchschnittsdeutsche 2013; Mitte der Neunziger waren es noch über 140 Liter gewesen. Auch im EU-Ausland liefen die Geschäfte zuletzt schwächer. Durch Finanz- und Euro-Krise gehen auch die Exporte in diesem Binnenmarkt stark zurück. Zuletzt konnten die Brauer dort nach Angaben des Verbands der Ausfuhrbrauereien Nord-, West- und Süddeutschlands nur noch gut 10 Millionen Hektoliter im EU-Ausland absetzen. So niedrig war die Zahl zuletzt vor zehn Jahren.

          Die Not bringt die deutschen Brauer dazu, in die Ferne zu schauen. Noch ist der Anteil des deutschen Biers in China minimal. Doch jedes fünfte deutsche Exportbier, das in Drittländer geht, landet in China.

          Auch der Deutsche Brauer-Bund hofft darauf, dass die Exporte den sinkenden Konsum in den Stammmärkten zumindest abdämpfen können.

          Der Bierexport steigt.

          Deutscher Vorreiter im Ausland ist die Paulaner Brauerei. Schon seit 22 Jahren ist sie mit ihren „Bräuhäusern“ überall auf der Welt vertreten. Allein in China wurden 16 Dependancen eröffnet. In den kommenden Wochen werden zwei weitere hinzukommen. Was dort verkauft wird? Bayerische Bierkultur. Im Stil typisch bajuwarischer Wirtshäuser werden Hefeweizen und Haxen serviert. „Wir bieten unseren Gästen ein Ambiente, das sie als typisch deutsch empfinden“, sagt Jürgen Schenk. Er ist der Hauptgeschäftsführer der Paulaner Bräuhaus Consult GmbH. Mit insgesamt 15 deutschen Braumeistern brauen sie vor Ort nach dem Reinheitsgebot das Paulaner Bier.

          Vor allem ein Engagement in der Gastronomie ist für Brauer lohnenswert. „Unsere Bräuhäuser erzielen gute Margen, weil wir uns im Premium-Bereich etablieren konnten“, sagt Schenk. In China kostet das Bier in den Gaststätten oft das Dreifache im Vergleich zu Deutschland. Das können sich zwar nur die oberen zehn Prozent der Bevölkerung leisten. „Aber diese Schicht ist kaum preissensitiv“, sagt Schenk, „und in einer Stadt wie Schanghai bedeuten zehn Prozent immer noch eine größere Zielgruppe als beispielsweise ganz München.“ Das Ziel der Bräuhäuser ist es, Paulaner als Marke in fernen Märkten fest zu verankern und somit auch die Exporte anzukurbeln. Die Münchener Brauerei konnte ihre Ausfuhren nach China in den letzten drei Jahren verdoppeln.

          Doch auch die Chinesen haben beim Biertrinken ihren Nationalstolz. So bevorzugen laut einer aktuellen Umfrage vier von fünf Chinesen lokale Produkte.

          Hier sieht Philipp Pfeifroth seine Chance. Er wird in den kommenden Monaten mit zwei Geschäftspartnern in China selbst eine Brauerei eröffnen. Über drei Jahre hat er bereits in China gelebt und gearbeitet und dabei festgestellt, „dass einfach noch große Marktlücken klaffen, gerade beim Angebot von regionalen Bieren“. Er möchte in der südchinesischen Großstadt Guangzhou mit einem Netz von Restaurants und Hotels zusammenarbeiten und so von den hohen Margen im Gastrobereich profitieren. Nach Produktionsstätten hat er sich schon umgesehen, mit Investoren gesprochen, Maschinen in Augenschein genommen. Ein Teil seiner Asien-Mission fehlt ihm aber noch: Der Brauer. „Wir haben schon einige Gespräche geführt und sind zuversichtlich. Wir können ein Abenteuer bieten“, sagt Pfeifroth. Die Mischung deutscher Braukunst mit lokaler Herstellung und Vertrieb soll den Erfolg bringen.

          Doch Vorsicht ist dennoch geboten im neuen Markt China. Vor einigen Jahren setzten die Brauereien ihre Hoffnungen in Russland – belohnt wurde ihr Engagement dort nicht.

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