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Branchen (51): Unternehmensberater : Frischer Wind

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Bild: F.A.Z.

Der Markt für Strategie- und Managementberatung gestaltet sich äußerst unübersichtlich. Ein Manko ist die Dominanz des Geschäfts im Inland, das 92 Prozent der Umsätze ausmacht. Grenzüberschreitende Arbeit wird daher in Zukunft ein großes Thema sein.

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          Guter Rat ist wieder stärker gefragt. Den Management- und Strategieberatern geht es entsprechend wieder deutlich besser. Nach einer für die Branche ungewohnten Phase der Flaute gab es im vergangenen Jahr wieder mehr Dynamik. Der Umsatz der Branche wuchs um 7,3 Prozent auf rund 13,2 Milliarden Euro, hat der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU) ermittelt. Das ist im Vergleich zu den goldenen Zeiten bis zum Jahr 2001 nicht viel, aber immerhin besser als zwischen 2001 und 2004.

          Legte der Branchenumsatz zwischen 1994 und 1999 noch durchschnittlich um 9,3 Prozent im Jahr zu, waren es zwischen 2000 und 2005 nur noch magere 3,2 Prozent. Auch für das laufende Jahr zeigen sich die Unternehmensberatungen optimistisch: Laut BDU rechnet die Branche mit einem Umsatzplus von 8,0 Prozent. 80,6 Prozent der Verbandsmitglieder erwarten wachsende und nur 4,8 Prozent zurückgehende Umsätze.

          Große Alleskönner mit internationaler Präsenz

          Der Markt für Strategie- und Managementberatung gestaltet sich äußerst unübersichtlich. Nach Angaben des Bundesverbandes existieren rund 14.000 Beratungshäuser mit insgesamt 68.500 Beratern am Markt. Allerdings entfällt dabei fast die Hälfte des Umsatzes und knapp ein Drittel der Berater auf die größten 50 Unternehmen. Allein die Top-ten der Berater stehen für knapp ein Viertel des Branchenumsatzes. Betrachtet man nur die größten Anbieter, ergibt sich grob eine Zweiteilung.

          Unter den fünfundzwanzig größten Strategie- und Managementberatungen finden sich zum einen die großen Alleskönner mit internationaler Präsenz wie McKinsey, die Boston Consulting Group, Roland Berger und Booz Allen Hamilton. Daneben gewinnen kleinere, meist auf bestimmte Beratungsfelder spezialisierte Anbieter zunehmend an Gewicht. Es sind vor allem diese Beratungsunternehmen, die am stärksten wachsen. Laut Branchenbeobachter Lünendonk legte beispielsweise die auf Risikomanagement spezialisierte D-Fine um 25 Prozent zu, die auf Fragen des Preismanagement spezialisierte Beratung Simon, Kucher & Partner wuchs um 17,2 Prozent, die Controlling-Experten von Horváth um 15,4 Prozent.

          Kunden sind anspruchsvoller geworden

          Allerdings sieht Branchenexperte Dietmar Fink, Professor für Unternehmensberatung an der Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg, das weitere Wachstumspotential dieser Spezialisten kritisch: „Es ist ausgesprochen schwierig, aus einer Spezialisten-Nische herauszukommen.“ Wer von Kunden einmal als Spezialist für eine bestimmte Fragestellung wahrgenommen werde, schaffe es nur selten, sich für andere Themen ins Spiel zu bringen - selbst wenn die Kompetenz hierfür objektiv vorhanden sei. Bleibt man in seiner Themen-Nische, ist das Wachstumpotential begrenzt.

          Trotz der zuletzt besseren Zahlen ist das Geschäft der Management- und Strategieberater in den vergangenen Jahren schwierig geblieben. Das liegt nicht zuletzt an deren Kunden, die anders als noch vor einigen Jahren heutzutage anspruchsvoller geworden sind und viel professioneller zu Werke gehen, wenn sie sich der Dienste eines Beraters bedienen wollen. Etwa ein Drittel derjenigen, die in den Unternehmen für den Einkauf von Beratungsleistung zuständig sind, haben vorher selbst einmal als Berater gearbeitet und wissen genau, was sie erwarten dürfen.

          Langfristig angelegte Kunden-Berater-Beziehungen

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