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Umstrittene Bohrungen : BP streicht Großprojekt in Australien

Bohrt jetzt doch nicht vor der Küste Australiens: BP. Bild: AFP

Der Ölkonzern begräbt Pläne für Tiefenbohrungen weit vor der Küste Australiens. Grund dafür seien die zu hohen Kosten. Umweltschützer hatten vor einer ähnlichen Katastrophe wie im Golf von Mexiko gewarnt.

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          Ein weiteres Megaprojekt wird aufgrund der niedrigen Rohstoffpreise beerdigt: Der Ölkonzern BP erklärte, auf Tiefbohrungen im Ozean weit vor der Küste Australiens zu verzichten. Die Behörden hatten zuletzt im vergangenen Monat immer mehr Informationen über den Plan von BP eingefordert.

          Christoph Hein

          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Das Gebiet der Great Australian Blight ist berühmt für seine Wale, Thunfische und Seelöwen, die dort leben. Umweltschützer in Australien hatten immer wieder vor einer Katastrophe gewarnt, die derjenigen auf der BP-Bohrplattform im Golf von Mexiko 2010 entsprechen könnte.

          Gemeinsam mit Partner Statoil ASA wollte BP rund 300 Kilometer vor der Südküste des fünften Kontinents in bis zu 5000 Meter Wassertiefe bohren. Die Wellen in der Bligh können schnell zehn Meter Höhe und mehr erreichen. Das Gebiet erstreckt sich zwischen den Bundesstaaten Süd- und Westaustralien. Australien hatte BP 2011 genehmigt, in der Bight nach Öl zu bohren.

          Nüchterne Kostenrechnung

          Die Forschungsbohrungen sollten mehr als eine Milliarde Australische Dollar (680 Millionen Euro) kosten, schätzte BP. 2013 hatte das Unternehmen dafür die Spezial-Plattform Ocean Great White geleast. Sie soll nun an anderer Stelle eingesetzt werden.

          Claire Fitzpatrick, die Produktionschefin von BP in Australien, sagte, das Ende des Vorhabens sei nicht durch die drohenden Umweltauflagen ausgelöst worden, sondern aufgrund einer nüchternen Kostenrechnung erfolgt. BP wird in diesem Jahr nur noch 17 Milliarden Dollar für die Exploration ausgeben, nach 23 Milliarden Dollar im Jahr 2014.

          Die Ölindustrie dürfte 2017 im dritten Jahr in Folge ihre Ausgaben für das Finden neuer Felder noch einmal zusammenstreichen, schätzt die Internationale Energieagentur. Sie dürften dann für die Branche nur noch 65 Milliarden Dollar betragen, 30 Prozent weniger als 2015. BP erklärte, das australische Projekt rechne sich nicht im Vergleich zu anderen Investitionsmöglichkeiten. Konkurrent Chevron Corp. will dagegen seine Ölsuche in der Blight fortsetzen.

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