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Peinliche E-Mails : Botox-Hersteller Allergan führt Morgan Stanley vor

  • -Aktualisiert am

Morgan Stanley kommt in den E-Mails nicht gut weg. Bild: AFP

Mit allen Mitteln wehrt sich der Botox-Hersteller Allergan gegen einen feindlichen Übernahmeversuch. Und greift dafür auf ungewöhnliche Methoden zurück. Die rücken auch die Investmentbank Morgan Stanley in ein schlechtes Licht.

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          Allergan, der kalifornische Hersteller des Anti-Faltenmittels Botox, wehrt sich mit allen Mitteln gegen den feindlichen Übernahmeversuch des kanadischen Konkurrenten Valeant Pharmaceuticals. Allergan hält das Geschäftsmodell von Valeant, die zusammen mit dem Investor Bill Ackman zuletzt 53 Milliarden Dollar boten, für nicht tragfähig. Um dieses Argument zu unterstreichen, griff Allergan auf ungewöhnliche Methoden zurück, die nebenbei die Investmentbank Morgan Stanley in ein denkbar schlechtes Licht rücken. Allergan gab eine Pressemitteilung mit Zitaten von skeptischen Analysten und Fachleute heraus. Darunter war eine E-Mail des Morgan-Stanley-Bankers David Horn, die er im Mai an den Finanzchef von Allergan, Jeff Edwards, geschrieben hatte.

          Norbert Kuls
          Freier Autor in der Wirtschaft.

          Horn verspricht Edwards darin, dass sein Chef, Rob Kindler, seine „bedeutenden Beziehungen zu Medien und Analysten“ nutzen kann, um klar dazulegen, warum Valeant ein „Kartenhaus“ sei und warum die Aktionäre von Allergan ihre Aktien nicht tauschen sollten. Das Problem dabei: Morgan Stanley berät mittlerweile Valeant. Als die Mail geschrieben wurde, versuchten die Investmentbanker von Morgan Stanley offenbar noch, mit Allergan ins Geschäft zu kommen. Kindler, der bei Morgan Stanley für Fusionen und Übernahmen zuständig ist, wird in der Pressemitteilung auch vorgeführt. „Ich schließe daraus, dass Allergan bei weitem nicht aggressiv genug das Geschäftsmodell und die Währung von Valeant angreift“, wird Kindler zitiert.

          Valeant ist dafür bekannt, Unternehmen mit etablierten Produkten aufzukaufen und nicht selbst in teure Forschung und Entwicklung zu investieren. Allergan verfolgt eine gegenläufige Strategie. Der Verwaltungsrat von Allergan hatte die jüngste Offerte von Valeant in der vergangenen Woche zurückgewiesen. Der Preis sei zu niedrig und das Angebot berge erhebliche Risiken für die Aktionäre von Allergan. Valeant hatte sein Angebot Ende Mai bereits zum zweiten Mal aufgestockt. Verhandlungen mit der Geschäftsführung von Valeant lehnen die Spitzenmanager von Allergan ab. „Wir sind nicht der Auffassung, dass Ihr jüngster Vorschlag einen ausreichenden oder sicheren Wert bietet, um Gespräche zwischen Allergan und Valeant zu begründen“, schrieb der Vorstandsvorsitzende des Botoxherstellers, David Pyott seinem Kollegen Michael Pearson von Valeant.

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