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Bossnapping : Siemens-Manager nach 26 Stunden wieder frei

  • Aktualisiert am

Siemens-Mitarbeiter protestieren gegen eine geplante Werksschließung in Frankreich Bild: AFP

Wütende Mitarbeiter eines Siemens-Werks in Frankreich haben vorübergehend zwei Führungskräfte als Geiseln genommen. Mit der Protestaktion wollen die Arbeitnehmer höhere Abfindungen erzwingen. Siemens will an zwei Standorten fast die Hälfte der Mitarbeiter entlassen.

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          Zwei leitende Angestellte eines Siemens-Werks in Frankreich sind nach 26 Stunden in der Gewalt der Belegschaft wieder freigekommen. Die Personalchefin sowie der Verwaltungs- und Finanzchef waren am Montagnachmittag in einem Büro des Werks in Saint-Chamond festgesetzt worden. Erst am Dienstagabend konnten sie das Gebäude wieder verlassen, wie die Geschäftsleitung mitteilte.

          Mit der Protestaktion wollen die Arbeitnehmer höhere Abfindungen erzwingen. Siemens VAI Metals Technologies will an zwei Standorten in der Region Rhône-Alpes knapp 240 von 600 Mitarbeitern entlassen. Die Gewerkschaft hatte Abfindungen von 30.000 Euro verlangt, Siemens habe aber nur zwischen 5000 und 24.000 Euro angeboten, hieß es. Die Gewerkschaften wollen erreichen, dass das Werk in Saint-Chamond nicht komplett geschlossen wird. Die Manager wurden erst freigelassen, als sich die Unternehmensleitung zur Wiederaufnahme der Verhandlungen bereiterklärte.

          Verhandlungen werden fortgesetzt

          Der Siemens-Konzern in München hatte zuvor dementiert, dass es sich um eine Geiselnahme gehandelt habe. Die Siemens-Führungskräfte seien freiwillig in dem Unternehmen geblieben und mit den Beschäftigten in Verhandlungen. An diesem Mittwoch sollen die Gespräche fortgeführt werden, wie der Frankreich-Chef von Siemens, Bernhard Fonseka, bestätigte. Nach Angaben der Gewerkschaften ist das Unternehmen das letzte große Planungs-, Entwicklungs- und Konstruktionsbüro in Frankreich für die Eisen- und Stahlindustrie.

          In französische Unternehmen haben Arbeitnehmer in den vergangenen Monaten immer wieder Manager im sogenannten „Bossnapping“ festegehalten, um ihre Forderungen durchzusetzen. Erst Ende Januar wurden vier Führungskräfte des schwedischen Walzenherstellers Akers für eine Nacht festgehalten. Die „Geiselnahme“ von Siemens geschah einen Tag nachdem in Deutschland - ganz friedlich - 1500 Mitarbeiter des Siemens-Informationstechnikdienstleisters SIS an einem Aktionstag gegen den drohenden Stellenabbau demonstriert hatten. Bei der angekündigten Ausgliederung könnten Tausende der 35 000 Beschäftigten ihren Job verlieren. Die organisierende IG Metall sprach von einem „vollen Erfolg“ der Aktion.

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