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Folgen der Krise : Bosch streicht 1850 Stellen

Das Bosch Logo steht auf dem Werksgelände der Robert Bosch Automotive Steering GmbH in Bietigheim. Bild: dpa

Der Technologiekonzern Bosch baut Personal ab. Gleichzeitig will das Unternehmen mehr Geld in die Entwicklung neuer Produkte investieren.

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          Die Nachricht klingt nach Kahlschlag: von 4700 Arbeitsplätzen am Standort Schwäbisch Gmünd wird Bosch 1850 streichen. Doch der Abbau soll zumindest ohne Entlassungen bis zum Jahr 2026 gelingen. Darauf haben sich in 16 Verhandlungsrunden seit November der Betriebsrat und die Vertreter der Bosch Automotive Steering geeinigt. Gleichzeitig sagte Bosch zu, dass in dieser Zeit 350 Millionen Euro in die Entwicklung innovativer Produkte, neue Fertigungstechnologien sowie Software und Digitalisierung investiert werden. „Damit können wir das künftige Beschäftigungsniveau am Standort über 2026 hinaus absichern“, stellt Stefan Grosch in Aussicht, Arbeitsdirektor von Bosch Automotive Steering. Das gelte für die Produktion, aber auch für Entwicklung, Vertrieb und Verwaltung.

          Susanne Preuß

          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

          Für den Stellenabbau soll nun ein Angebot für Altersteilzeit, Vorruhestands- und Aufhebungsverträge erarbeitet werden. „Der Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen ist von größter Bedeutung für unsere Beschäftigten. Er gibt ihnen Sicherheit für die Zukunft“, betont Betriebsratschef Alessandro Lieb. Zu Beginn der Verhandlungen im Herbst hatte Bosch den Abbau von 1000 Stellen, aber schon bis zum Jahr 2022 angekündigt.

          Abgewendet wurde zudem ein zusätzlicher Personalabbau als Reaktion auf die Corona-Krise. Jetzt werden die Personalkosten anderweitig reduziert, etwa durch Verlängerung der Kurzarbeit bis zum Ende des Jahres, die völlige Rückführung von 40-Stunden- auf 37,5 Stunden-Verträge, eine Offensive für freiwillige Teilzeit sowie die Anwendung des Tarifvertrags Beschäftigungssicherung mit einer entsprechenden Arbeitszeitverkürzung.

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