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Automarke : Borgward vor Comeback

  • Aktualisiert am

Ein Borgward Isabella Cabriolet aus dem Jahr 1957 Bild: F.A.Z.-Archiv

Borgward schrieb im deutschen Wirtschaftswunder eine kurze Erfolgsgeschichte, endete 1961 aber in der Pleite. Nun soll die Marke zurückkehren - angeblich mit Hauptsitz in Stuttgart.

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          Die verschwundene Automarke Borgward kehrt nach Medienberichten mit einer Zentrale in Deutschland zurück. Der Hauptsitz des Autoherstellers soll künftig in Stuttgart sein, wie das „Westfalen Blatt“ unter Berufung auf unternehmensnahe Kreise berichtet. Dem Blatt zufolge soll die Entscheidung für eine Zentrale unter anderem deswegen gefallen sein, weil in der baden-württembergischen Hauptstadt bereits viele Zulieferer sitzen. Der Hersteller hatte zuvor bereits angekündigt, beim Genfer Autosalon im März nach mehr als 50 Jahren in den Kreis der Autobauer zurückzukehren.

          Der Zeitung zufolge will Borgward im September auf der IAA in Frankfurt eine größere Limousine präsentieren, weitere Modelle sollen folgen.  Auf dem Genfer Autosalon Anfang März werden der Enkel des Firmengründers Carl F. W. Borgward, Christian Borgward, und sein Partner Karlheinz Knöss, früher Manager bei General Motors und Mercedes, zunächst nur über die Pläne des Unternehmens informieren.

          Das Bremer Automobilunternehmen Borgward schrieb im deutschen Wirtschaftswunder eine kurze Erfolgsgeschichte, die nach rasantem Abstieg 1961 in der Pleite endete. Legendär ist das Modell „Isabella“.

          Der Maschinenbauer Carl F. W. Borgward übernahm 1931 mit einem Partner die Bremer Hansa-Lloyd-Werke. Nach dem Zweiten Weltkrieg fing Borgward mit kleinen Autos wie dem Lloyd LP 300 neu an. Sein Ruf als genialer Konstrukteur und Designer ist eng mit dem Mittelklassewagen Isabella verbunden, die es auch als Kombi, Cabrio und Coupé gab.

          Das Unternehmen wuchs bis auf 20.000 Arbeitsplätze. Das Unternehmen geriet Ende der 50er Jahre in Schwierigkeiten, auch weil sich der Firmenpatriarch nach Aussagen von Zeitzeugen mehr für Technik als für kaufmännischen Angelegenheiten interessierte. Im Herbst 1960 wurde das Geld knapp, der Bremer Senat stellte Bürgschaften, ein Kredit platzte. Borgward musste das Unternehmen verlassen, im September 1961 folgte die Pleite.

          Seit 1971 gehört das Werk der Daimler AG, seit 1978 werden dort wieder Personenwagen gebaut. Heute ist die Fabrik in Bremen-Sebaldsbrück das zweitgrößte Mercedes-Benz-Werk weltweit.


           


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