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EY-Analyse zu Börsenwert : Amerikas Tech-Konzerne eilen der Konkurrenz davon

Microsoft ist die Nummer eins. Bild: AFP

Microsoft und Amazon sind die wertvollsten Unternehmen der Welt, während Apple in der Rangliste leicht abrutscht. Der erste deutsche Konzern kommt erst auf Platz 52.

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          Die Dominanz der amerikanischen Technologiekonzerne an der Börse wird immer deutlicher. Das teuerste Unternehmen der Welt bleibt im Vergleich zum Jahresende zwar Microsoft, doch der Marktwert ist von 780 Milliarden auf inzwischen mehr als 1 Billionen Dollar gestiegen. Amazon ist nun mit rund 938 Milliarden Dollar auf Platz zwei vorgerückt und hat damit Apple mit 919 Milliarden Dollar auf Rang drei verdrängt – vor einem Jahr war dieser Elektronikkonzern sogar noch Spitzenreiter. Zusammen mit Alphabet, der Muttergesellschaft von Google, und Facebook setzen damit inzwischen die fünf wertvollsten Unternehmen der Welt allesamt auf digitale Geschäftsmodelle und haben zudem ihre Bedeutung noch ausgebaut.

          Kerstin Papon

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Denn während die 100 teuersten Konzerne der Welt insgesamt ihren Marktwert im ersten Halbjahr um 17 Prozent auf 21,5 Billionen Dollar gesteigert haben, ist der der fünf Digitalkonzerne sogar um 24 Prozent auf fast 4,2 Billionen Dollar gewachsen, wie eine Analyse des Prüfungs- und Beratungsunternehmens EY zur Marktkapitalisierung der Konzerne im ersten Halbjahr zeigt.

          Unter den zehn größten Aktiengesellschaften befinden sich wie zum Jahresende insgesamt acht amerikanische Konzerne. Auf den Plätzen sieben (Jahresende 2018: acht) und acht (sechs) reihen sich abermals beiden chinesischen Technologiekonzerne Alibaba und Tencent in die übermächtige amerikanische Konkurrenz ein. Insgesamt kommen damit acht der zehn größten Unternehmen der Welt aus dem Technologiebereich. Die beiden Ausnahmen: Auf Rang sechs (fünf) findet sich Berkshire Hathaway, die Investmentgesellschaft von Warren Buffett und auf Platz zehn (neun) der Pharma- und Konsumgüterhersteller Johnson & Johnson.

          Gewicht der deutschen Unternehmen schwindet

          Wie zum Jahresende zählen nur zwei deutsche Werte zu den 100 größten Aktiengesellschaften der Welt, obwohl Qualität „Made in Germany“ eigentlich weiterhin gefragt ist. Die Waldorfer Softwareschmiede SAP rangiert auf Platz 52 (62) mit 161 Milliarden Dollar und Allianz gerade noch auf Platz 98 mit 100 Milliarden Dollar. Vor einem halben Jahr war der Münchner Versicherungskonzern knapp nicht dabei. Diesmal ist nun Siemens aus der Bestenliste herausgefallen. Der Konzern ist von Platz 94 auf 107 abgerutscht. Der Marktwert der deutschen Unternehmen sei im vergangenen halben Jahr zwar überdurchschnittlich um 28 Prozent gestiegen, heißt es von EY. Doch das Gewicht der deutschen Unternehmen an den Börsen schwindet. Vor einem Jahr waren noch sechs Unternehmen unter den 100 größten der Welt zu finden.

          Mit digitalen Geschäftsmodellen träfen vor allem amerikanische Unternehmen den Nerv der Zeit – mit ihren Dienstleistungen und Produkten revolutionierten sie ganze Branchen und erzielen enorme Gewinne, sagt Hubert Barth, Vorsitzender der Geschäftsführung von EY in Deutschland. Die Investoren trauten ihnen offenbar zu, weitere Innovationen hervorzubringen und auch Strukturen in noch mehr Branchen aufzubrechen. Den die hohen Bewertungen spiegelten genau diese Erwartung. Die klassischen Industriekonzerne befänden sich dagegen mitten im Umbruch und sehen sich plötzlich ganz neuen Konkurrenten gegenüber.

          Nordamerika als Zentrum der Weltwirtschaft

          Entsprechend stark ist laut der EY-Analyse der IT-Sektor vertreten: 24 der 100 größten Unternehmen – und damit eines mehr als vor einem halben Jahr – stammen aus dieser Branche. Der Konsumgüterbereich stellt 20 Unternehmen und der Finanzsektor 19.

          Nordamerika untermauere seinen Anspruch als Zentrum der Weltwirtschaft und sei derzeit Sitz von 58 der größten 100 Unternehmen – ein Konzern mehr als zum Jahresende 2018, sagen die Fachleute von EY. In Europa sind dagegen demnach unverändert 21 der wertvollsten Unternehmen beheimatet. Die Region Asien/Pazifik wiederum ist Hauptsitz von 20 Unternehmen. Teuerstes europäisches Unternehmen ist abermals der schweizerische Lebensmittelkonzern Nestlé mit einem Marktwert von 297,8 Milliarden Dollar auf Rang 14 (16).

          Die Digitalisierung bestimme zunehmend die Entwicklung der Konzerne und ihrer Aktienkurse, sagt Barth. Bisher sei es insbesondere den amerikanischen Internetriesen gelungen, aus dem Trend zur Digitalisierung Kapital zu schlagen und funktionierende Ökosysteme zu schaffen. Die Kunden und Investoren honorierten das. Vor allem in Europa seien aber viele Konzerne noch auf der Suche nach einem überzeugenden Zukunftsmodell.

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