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Folgen der 737-Misere : Boeing muss Gewinneinbruch verkraften

Auslieferungsstopp für 737 Max-Flotte hinterlässt in der Boeing-Bilanz tiefe Spuren Bild: EPA

Der Auslieferungstopp für die 737-Baureihe und Probleme in der Produktion führen im dritten Quartal zu einem herben Gewinneinbruch beim Flugzeughersteller. Und das ist nicht die einzige schlechte Nachricht.

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          Boeing machen die Folgen der mit Flugverboten belegten Baureihe 737 Max und Probleme mit anderen Modellen in seiner Passagiersparte schwer zu schaffen. Der amerikanische Luftfahrt- und Rüstungskonzern meldet für das dritte Quartal des laufenden Geschäftsjahres einen kräftigen Gewinneinbruch. Auf die Ergebnisrechnung des Konzerns schlagen Rückstellungen in Milliardenhöhe sowie herbe Umsatzrückgänge durch, die durch den Auslieferungsstopp für die 737 Max und Verzögerungen in der Produktion anderer Passagierjets verursacht wurden.

          Ulrich Friese

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Unter dem Strich verdiente Boeing mit knapp 1,2 Milliarden Dollar, also rund 1,1 Mrd Euro, nur knapp halb so viel wie im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres, teilte der Hersteller aus Chicago am Mittwoch mit. Besonders spürbar ist der Geschäftsausfall der Kurzstreckenjets, die traditionell das Gros der Erlöse und bis zu zwei Drittel des Konzerngewinns beisteuerten.

          Rückkehr der 737 in Flugbetrieb hat Vorrang

          Entsprechend stark fällt die nach zwei Abstürzen in Folge gestoppte Auslieferung der 737-Baureihe ins Gewicht. Der Umsatz sackte im Berichtszeitraum um 21 Prozent auf knapp 20 Milliarden Dollar. Im Vergleich zum Rivalen Airbus fällt Boeing bei den Auslieferungen immer mehr zurück. Während etwa der Hersteller aus Toulouse zwischen Januar und September 571 Passagierjets an Fluggesellschaften ausliefern konnte, waren es bei Boeing lediglich 302. „Höchste Priorität hat für uns weiterhin die sichere Rückkehr der 737 Max in den Flugbetrieb“, teilte Boeings Konzernchef Dennis Muilenburg bei Vorlage der Quartalsbilanz in Chicago mit.

          Boeing hatte bereits im zweiten Quartal einen Nettoverlust von 2,9 Milliarden Dollar ausgewiesen, wobei fast 5 Milliarden Dollar auf Rückstellungen anfielen. Der Hersteller zeigte sich zuversichtlich, die 737 Max-Flugzeuge im vierten Quartal wieder in Betrieb zu nehmen und ausliefern zu können. Kenner der Branche sind jedoch skeptisch und verweisen auf mögliche Auflagen der zuständigen Behörden Luftfahrtbehörden, die wiederum Nachrüstungen der Boeing-Flugzeuge oder aufwendige Piloten-Schulungen nach sich ziehen können.

          Herbe Kritik an Boeing im Abschlussbericht

          Rechtzeitig zur Vorlage der Quartalsbilanz wurde in Indonesien der Abschlussbericht zum Absturz einer 737 Max vorgestellt, der vor rund einem Jahr 189 Passagieren das Leben kostete.

          Nach Erkenntnissen der Ermittlungsbehörden geht das Unglück auch auf unzureichende Angaben des amerikanischen Herstellers im Umgang mit Problemen im Bordsystem zurück. Damit bestätigt sich der Verdacht, dass ein fehlerhaftes Steuerungsprogramm von Boeing die Hauptursache für diese Tragödie war. Doch der Hersteller ist zudem mit dem Vorwurf konfrontiert, dass er beim fliegenden Personal der Airline nicht für entsprechende Schulungen sorgte.

          Dabei ging es insbesondere um das Steuerungsprogramm Maneuvering Characteristics Augmentation System (MCAS), das von Boeing eigens für die 737 Max entwickelt wurde. Die Piloten können das System mit zwei Schaltenr im Cockpit wieder abstellen, was aber offensichtlich nicht geschah. Offenbar lieferte ein außen angebrachter Sensor falsche Daten. Die Piloten hatten immer wieder versucht, die Maschine nach oben zu ziehen - ohne Erfolg.

          Im Bericht heißt es nun, während der Entwicklung und Zertifizierung der Maschine seien von Boeing Angaben zum Umgang mit „Fehlfunktionen“ gemacht worden, die zwar im Einklang mit den Richtlinien gestanden hätten. Trotzdem seien sie aber „unkorrekt“ gewesen. Weiter heißt es: „Auf der Grundlage von falschen Annahmen über die Reaktion der Piloten und eine unvollständige Überprüfung der damit verbundenen Auswirkungen mehrerer Flugfehler wurde die Abhängigkeit von MCAS von einem einzigen Sensor als angemessen erachtet.“ Das System sei allein auf diesen Sensor ausgerichtet gewesen, was es für einen Fehler „anfällig“ gemacht habe. Der Bericht soll in den nächsten Tagen der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

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