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Boeing 787 : „Dreamliner“ besteht seinen Jungfernflug

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Sichere Landung: Seinen Jungfernflug hat der Dreamliner nun hinter sich Bild: AFP

Nach langer Verzögerung hat es am Ende doch geklappt: Das neue Boeing-Flugzeug „Dreamliner“ hat seinen lange erwarteten Jungfernflug reibungslos absolviert. Bei Boeing heißt es nun Aufatmen - nach fast drei Jahren Startverzögerungen wegen Produktionsproblemen.

          Nach langer Verzögerung ist der Jungfernflug des neuen Modells 787 („Dreamliner“) von Boeing Realität geworden. Der Dreamliner hob am Dienstag um 10.27 Uhr Ortszeit vom Boeing-Hausflughafen Paine Field neben dem Werk des Unternehmens in Everett nahe Seattle bei trübem Wetter ab. Der Flug war auf rund vier Stunden angesetzt. Passagiere waren für den Testflug nicht vorgesehen; lediglich ein Pilot und ein Kopilot waren an Bord. Begleitet von zwei Militärjets kreiste der „Dreamliner“ testweise über dem Pazifik. Für den Erstflug hatten sich am Boeing-Werk tausende Luftfahrt-Fans und Boeing-Mitarbeiter versammelt und Start und Landung jubelnd begleitet. „Die Entwicklung (des „Dreamliners“) war nicht unproblematisch“, sagte Boeing-Chef Jim McNerney, „Wir mussten alle sehen, wie er in die Luft ging. Das ist für uns alle sehr aufregend.“ Fernsehstationen aus der ganzen Welt berichteten live über das Ereignis.

          Der Jungfernflug des Dreamliner kommt mehr als zwei Jahre später als geplant. Ursprünglich hatte sich Boeing vorgenommen, die Maschine schon bald nach der Enthüllungszeremonie im Juli 2007 erstmals abheben zu lassen. Die erste Auslieferung eines Dreamliner an die japanische Fluggesellschaft All Nippon Airways war zunächst für das Frühjahr 2008 vorgesehen.

          Sechs Testmaschinen im Einsatz

          Eine Serie von Pannen brachte den Zeitplan aber durcheinander und sorgte dafür, dass Boeing insgesamt fünfmal Verschiebungen ankündigen musste. Die Schwierigkeiten hatten in hohem Maße damit zu tun, dass Boeing einen großen Teil seiner Entwicklungs- und Fertigungsarbeiten an ein über die ganze Welt verteiltes Netz an Zulieferern auslagerte. Viele Partner erwiesen sich als unzuverlässig und lieferten falsche oder unvollständige Teile zur Endmontage nach Everett.

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          Der Dreamliner besteht außerdem zu einem hohen Anteil aus Plastikverbundstoffen anstelle des traditionell verwendeten Aluminiums. Der Materialwechsel soll dazu beitragen, dass der Dreamliner deutlich weniger Treibstoff verbraucht als andere Flugzeuge. Das neue Material ist aber nicht ohne Herausforderungen: So war die jüngste Verschiebung im Juni dieses Jahres darauf zurückzuführen, dass das Flugzeug an mehreren Stellen Belastungstests nicht standgehalten hat. Boeing hat sich vorgenommen, die erste Maschine im Schlussquartal des nächsten Jahres auszuliefern. Bis dahin stehen dem Dreamliner noch umfangreiche Tests bevor. So wird das Flugzeug unter extremen Bedingungen getestet, etwa in unterschiedlichen Temperaturen und Flughöhen. Insgesamt will Boeing in den nächsten Monaten sechs Testmaschinen einsetzen. Wenn die Flugtests erfolgreich sind, soll die Boeing 787 ab dem vierten Quartal 2010 an die Kunden ausgeliefert werden.

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