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Boeing 737 MAX : Flugsimulator hatte Probleme

  • Aktualisiert am

Vorläufig aus dem Verkehr gezogene Maschinen vom Typ Boeing 737 MAX stehen auf einem Flugfeld in Kalifornien. Bild: AFP

Ob die fehlerhafte Software zur Pilotenausbildung bei den Abstürzen eine Rolle spielte, ist unklar. Jedenfalls räumt Boeing ein, dass es Parallelen gab.

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          Der amerikanische Flugzeugbauer Boeing hat Fehler bei der Flugsimulationssoftware für seine Maschinen vom Typ 737 MAX eingeräumt. Boeing habe mittlerweile Korrekturen an der Software vorgenommen und die Nutzer darüber informiert, teilte das Unternehmen der Nachrichtenagentur AFP mit. Damit solle sichergestellt werden, dass die Flugsimulation „repräsentativ für verschiedene Flugbedingungen“ sei.

          Das Unternehmen teilte nicht mit, wann ihm das Problem mit der Simulatorsoftware auffiel und ob es die zuständige Regulierungsbehörde darüber informiert hat. Mit der Mitteilung räumte Boeing erstmals ein, dass es einen Konzeptionsfehler in einer Software zu den Maschinen vom Typ 737 Max gab.

          Mit der Software werden Piloten für die neuen Boeing-Modelle ausgebildet, von denen in den vergangenen Monaten zwei Maschinen abgestürzt waren. Die inzwischen vorgenommene Änderung betrifft dem Unternehmen zufolge die Bedienung eines nur selten verwendeten manuell bedienbaren Steuerrads, mit dem der Flugwinkel der Maschine verändert werden kann.

          Unzulänglichkeiten in der Software

          Boeing zufolge war die Flugsimulationssoftware nicht in der Lage, bestimmte Flugbedingungen zu simulieren, die denjenigen ähneln, die bei dem Absturz einer 737-MAX-Maschine von Ethiopian Airlines im März in Äthiopien oder einer Lion-Air-Maschine des selben Typs im Oktober in Indonesien herrschten. Bei den beiden Unglücken waren insgesamt 346 Menschen ums Leben gekommen.

          Nach den beiden Abstürzen wurde ein weltweites Flugverbot für 737-MAX-Maschinen verhängt. In beiden Fällen steht das speziell für die Boeing 737 MAX entwickelte Stabilisierungssystem MCAS (Maneuvering Characteristics Augmentation System) im Verdacht, eine verheerende Rolle gespielt zu haben. Es drückt bei einem drohenden Strömungsabriss die Nase des Flugzeugs automatisch nach unten, auch wenn die Piloten gegensteuern.

          Am Donnerstag hatte Boeing mitgeteilt, dass das Unternehmen ein Software-Update für Maschinen des Typs 737 MAX abgeschlossen habe. Insgesamt seien 207 Flüge mit einer Gesamtdauer von 360 Stunden mit dem aktualisierten Stabilisierungssystem MCAS geflogen worden. Bevor die 737 MAX den Flugbetrieb wieder aufnehmen kann, muss die amerikanische Luftfahrtbehörde FAA einer Wiederzulassung zustimmen.

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