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Unternehmensberatung : Bob Sternfels wird neuer McKinsey-Chef

Bob Sternfels Bild: McKinsey

Nach der überraschenden Abwahl von Kevin Sneader im Februar haben sich die Seniorpartner der Unternehmensberatung nun auf einen Nachfolger geeinigt.

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          Die Unternehmensberatung McKinsey wird ab Sommer vom Amerikaner Bob Sternfels geführt. Der 51 Jahre alte Kalifornier setzte sich am Mittwoch in einer Stichwahl um den globalen Chefposten gegen den Niederländer Sven Smit aus Amsterdam durch. Entscheiden wurde die Personalie in einer geheimen Wahl von den rund 650 Senior-Partnern des Unternehmens.

          Tillmann Neuscheler
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Sternfels arbeitet seit 26 Jahren für McKinsey, er übernimmt den Chefposten zum 1. Juli. Der Hobbypilot ist für eine Amtszeit von zunächst drei Jahren gewählt. Sternfels wird der dreizehnte Chef von McKinsey seit Gründung des Unternehmens im Jahr 1926.  Der 51 Jahre Vater von drei Kindern hat seinen Sitz am Standort San Francisco. Dort startete er auch seine Karriere bei McKinsey im Jahr 1994. Aufgewachsen ist der Amerikaner in Lodi, einer ländlich geprägten Kleinstadt im Norden Kaliforniens. Er studierte später Wirtschaft, Politik und Philosophie in Stanford, wo er auch Wasserball spielte, und an der Universität Oxford, wo er  Rhodes-Stipendiat war. Er ist auch Mitglied im Verwaltungsrat von McKinsey, der als „Shareholder Council“ bekannt ist.

          Sternfels folgt auf Kevin Sneader. Dem Schotten wurde Ende Februar überraschend die zweite Amtszeit verwehrt. Der Schotte kam in dem Wahlverfahren (bei dem jeder Seniorpartner mehrere favorisierte Namen aufschreibt) nicht in die Endauswahl der letzten beiden Kandidaten.  Es war das erste Mal seit Mitte der 1970er Jahre, dass einem amtierenden McKinsey-Chef die zweite Amtszeit versagt wurde.

          Über die Gründe für Sneaders Abwahl wird seither spekuliert. McKinsey war zuletzt öfter negativ in die Schlagzeilen geraten, großteils wegen Vorgängen deren Ursprünge weiter zurück liegen, meist vor Sneaders Amtsantritt; ihm aber blieb das Krisenmanagement. Anfang Februar hatte McKinsey zur Beilegung von Klagen wegen seiner Rolle in der amerikanischen Opioid-Krise in Amerika einem Vergleich mit 49 Bundesstaaten in Höhe von fast 600 Millionen Dollar zugestimmt. In Südafrika war McKinsey in einen größeren Korruptionsskandal um den Gupta-Clan verwickelt, auch wegen seiner Zusammenarbeit mit autoritären Regierungen in Saudi-Arabien, China und zuletzt Russland geriet McKinsey immer wieder unter Beschuss. Unter den Seniorpartnern habe es den Wunsch nach einem „sichtbaren Symbol der Erneuerung“ gegeben, heißt es aus dem Unternehmen.

          Kevin  Sneader
          Kevin Sneader : Bild: Reuters

          Sneader hatte durchaus Reformen angestoßen, er verordnete strengere Regeln bei der Kundenauswahl, etwa die Vorgabe, nicht mit Geheimdiensten und bestimmten anderen Regierungsstellen in nichtdemokratischen Ländern zusammenzuarbeiten. Wie seine Reformen unter den Seniorpartner angekommen sind, ist nicht ganz eindeutig. Laut einem Bericht der „Financial Times“ sind seine Reformbemühungen einer Gruppe älterer Seniorpartner zu weit gegangen, einige empfanden sie wohl als Eingriff in ihre Autonomie, während sich gleichzeitig viele jüngere Seniorpartner eher noch mehr Reformen gewünscht hätten. Sternfels selbst sagt dazu in einem von McKinsey verbreiteten Interview, die Reformen seien „nicht die Arbeit eines Einzelnen“. Sie seien von einer Gruppe hochrangiger Partner beschlossen worden, „zu denen auch ich gehöre“.

          Hinter den Kulissen rumort es aber auch noch aus anderen Gründen. Etwa wegen der hauseigenen Vermögensverwaltung „McKinsey Investment Office“ – kurz: MIO Partners – die viel Geld von Altpartnern und für McKinsey-Ruheständler angelegt hat. Einige sehen das Geld offenbar nicht gut genug verwaltet, der Streit landete in New York schon vor Gericht.

          Bob Sternfels gehörte schon vor drei Jahren zum Kreis der 10 Favoriten für den globalen Chefposten, war damals aber in der Endrunde Kevin Sneader noch unterlegen.

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