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Mit Luxus sparen : BMW will den Absatz von teuren Karossen verdoppeln

Der BMW X7 xDrive40i von Innen Bild: Hersteller

Der Münchener Autohersteller glaubt fest an das Geschäft mit großen Autos. Schon in diesem Jahr soll ihr Absatz sechsstellig werden – so sollen die hohen Investitionen in die Elektromobilität gestemmt werden.

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          Um in konjunkturell schwierigen Zeiten die Profitabilität zu retten, verhandelt der BMW-Vorstand derzeit mit dem Betriebsrat über diverse Sparmaßnahmen. Es geht um eine niedrigere Erfolgsbeteiligung für die Mitarbeiter, um mehr 35-Stunden- und weniger 40-Stunden-Verträge und andere Ideen, die den Personalaufwand eindämmen. Doch Sparanstrengungen allein reichen nach Einschätzung von Finanzvorstand Nicolas Peter nicht, um künftig wieder eine operative Gewinnmarge zwischen 8 und 10 Prozent zu erreichen. BMW müsse wachsen, und zwar in jenem Segment, in dem die Margen am größten seien, sagte Peter am Donnerstag in München. Deshalb hat der Vorstand um den neuen Vorsitzenden Oliver Zipse das Ziel ausgegeben, im kommenden Jahr doppelt so viele Luxusautos zu verkaufen wie im vergangenen Jahr.

          Henning Peitsmeier

          Wirtschaftskorrespondent in München.

          Zuletzt hat BMW von seinen Fahrzeugen der 7er- und 8er Reihe sowie dem i8 in aller Welt 65.000 Stück verkauft, im laufenden Jahr dürften es 110.000 werden und im Jahr 2020 dann bis zu 140.000. Neu eingeführt wurden der Luxusgeländewagen X7 sowie zwei neue Varianten der 8er-Reihe. Angeblich soll auch ein X8 in Vorbereitung sein, was Peter nicht bestätigen wollte. Nur so viel: „Wir denken permanent über neue Modelle nach.“

          Mehr Modelle mit Elektroantrieb

          Die Hinwendung zum Luxussegment steht für den BMW-Vorstand nicht im Widerspruch zu den Klimazielen von Paris. „Für die meisten Luxusfahrzeuge planen wie die Hybridisierung“, sagte Peter. So wie aktuell der BMW 745 LE sollten auch andere Modelle neben einem Verbrennungsmotor einen Elektroantrieb besitzen. Die Ausweitung des Luxussegments mit seiner vergleichsweise hohen Gewinnmarge sei wichtig für die Profitabilitätsziele, denn „die Elektrifizierung gibt es nicht umsonst“, sagte Peter. Die Investitionen seien sehr hoch, „und wir verdienen weniger Geld mit einem X5 Hybrid als mit einem X5 Diesel“.

          Unter der Regie des Finanzvorstands läuft seit zwei Jahren das Sparprogramm „Performance Next", mit dem die Effizienz im Konzern verbessert werden soll. Danach sollen etwa die Hälfte der Antriebsvarianten entfallen und Nischenmodelle wie der Dreier Gran Turismo keinen Nachfolger mehr erhalten. Auch die Lieferanten werden zum Sparen angehalten. Insgesamt will BMW bis zum Jahr 2022 mehr als 12 Milliarden Euro realisieren. Die Personalkosten, die knapp die Hälfte der Gesamtkosten des Konzerns ausmachen, müssen ebenfalls gesenkt werden. Zwar soll es auch im kommenden Jahr keinen Stellenabbau geben.

          Aber der Personalaufbau im neuen Werk in Mexiko und im Batteriezentrum in München müsse an anderer Stelle durch Personalabbau wieder ausgeglichen werden, sagte Peter. Nicht jede freie Stelle werde nachbesetzt, und BMW werde den Mitarbeitern auch nicht mehr doppelt so hohe Jahresprämien zahlen wie die Konkurrenz. Bis zum Jahresende sollen die Verhandlungen mit dem Betriebsrat abgeschlossen sein.

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