https://www.faz.net/-gqe-144pu

BMW-Personalvorstand : „Unsere Leute brauchen keine Karotte“

  • Aktualisiert am

Krüger: „Wir folgen hier nicht dem Zeigeist” Bild: dpa

Die Spitzengehälter steigen nicht mehr stärker als das Einkommen der Bandarbeiter in dem jeweiligen Jahr. „Wir stellen sicher, dass sich die Schere im Konzern nicht weiter öffnet“, sagte BMW- Personalvorstand Harald Krüger.

          1 Min.

          Die Spitzengehälter steigen nicht mehr stärker als das Einkommen der Bandarbeiter in dem jeweiligen Jahr. „Wir stellen sicher, dass sich die Schere im Konzern nicht weiter öffnet“, sagte BMW- Personalvorstand Harald Krüger der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Herr Krüger, BMW will die Gehälter gerechter machen. Ziehen Sie jetzt Obergrenzen ein?

          Nein. Wir machen die Vergütung noch fairer und transparenter, dafür schaffen wir derzeit die Voraussetzung mit dem Betriebsrat. Bisher wurde die erfolgsabhängige Vergütung je nach Hierarchiestufe auf unterschiedliche Weise ermittelt. Das ändern wir jetzt. Diese Einkommensbestandteile werden sich künftig vom Tarifmitarbeiter bis zum Top-Manager im Gleichklang entwickeln. Damit stellen wir sicher, dass sich die Schere im Konzern nicht weiter öffnet.

          Sie frieren das Verhältnis zwischen den Gehaltsklassen ein?

          Wir halten die Relation stabil, darauf läuft es hinaus. In schlechteren Zeiten, mit weniger Gewinn, schließt sich die Schere sogar ein Stück: Das Management erleidet dann deutlich höhere Einbußen als der Arbeiter am Band.

          Warum tun Sie das? Aus schlechtem Gewissen oder aus Angst vor dem Zeitgeist?

          Wir folgen hier nicht dem Zeitgeist. Im jeweiligen Entgelt spiegelt sich auch unsere langfristige Vergütungs-Philosophie wider. Leistungsbereitschaft ist in der BMW Group selbstverständlich, dazu braucht es keine besonderen finanziellen Anreize. Wir haben intrinsisch motivierte Mitarbeiter und keine Leute, denen man ständig eine Karotte vor die Nase halten muss, damit sie sich bewegen.

          Die Banken bieten schon wieder sagenhafte Boni. Wann wird ein Gehalt unanständig?

          Wir stellen jedenfalls in der BMW Group sicher, dass die Gehaltspolitik durchgängig ist und von unseren Mitarbeitern als fair empfunden wird. Wenn man das Geld, die Boni, zur Motivation braucht, fördert das eine schädliche Entwicklung für das Unternehmen. Wir nehmen für uns in Anspruch, dass Geld nur einer von mehreren Leistungsanreizen ist. Die Gehaltspolitik muss für jeden Mitarbeiter erklärbar und ausgewogen sein. Sonst erzielen Sie mit Ihrer Mannschaft keine Höchstleistungen.

          Weitere Themen

          Der Agenda-Minister

          Nachruf auf Wolfgang Clement : Der Agenda-Minister

          Gemeinsam mit Gerhard Schröder setzte „Superminister“ Wolfgang Clement Reformen durch, zu denen wohl keine unionsgeführte Regierung imstande gewesen wäre. Den Lohn dafür heimsten andere ein. Ein Nachruf.

          Mit Kanonen auf Spatzen schießen

          Streit um Verhältnismäßigkeit : Mit Kanonen auf Spatzen schießen

          Im juristischen Streit um die Corona-Maßnahmen, den Berliner Mietendeckel und die Maßnahmen der EZB geht es stets um die Verhältnismäßigkeit. Wie viel Freiheitsbeschränkungen darf der Staat seinen Bürgern also zumuten?

          Topmeldungen

          Auch Leroy Sané erwischte in Sinsheim nicht seinen besten Tag.

          1:4 bei Hoffenheim : Die Bayern gehen zu Boden – und wie!

          Die Münchner gewinnen Titel um Titel. Doch in Hoffenheim finden sie in der Bundesliga diesmal ihren Meister. Die TSG mit dem neuen Trainer Sebastian Hoeneß spielt fabelhaft gegen die Bayern – und schlägt eiskalt zu.

          Nordkoreas Machthaber Kim : Stalinist mit PR-Qualitäten

          Tausendsassa, Basketballfan und Trumps Männerfreund: Seit zehn Jahren ist Kim Jong-un der starke Mann in Nordkorea – seit knapp neun an der Spitze des Regimes. Dabei ist der skurrile Diktator Projektionsfläche für Wünsche und Erwartungen. Doch als Reformer enttäuscht er auf ganzer Linie.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.