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BMW : Neuer Entwicklungsvorstand, weniger Dividende

Erstmal in seiner gut hundertjährigen Geschichte erwirtschaftete der Auto- und Motorradhersteller mehr als 100 Milliarden Euro Umsatz. Bild: Reuters

Bewegung im Vorstand des bayerischen Autokonzerns BMW: Frank Weber folgt auf Klaus Fröhlich als Entwicklungschef. Ergebnis und Dividende sinken derweil deutlich.

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          BMW-Chef Oliver Zipse, noch kein Jahr im Amt, hat den Vorstand des Münchner Autokonzerns ein drittes Mal umgebaut. Nachdem er das Produktions- und Personalressort neu besetzt hat, wurde am Donnerstag Frank Weber zum neuen Entwicklungsvorstand ernannt.

          Henning Peitsmeier
          (hpe.), Wirtschaft

          Der 53 Jahre alte Maschinenbauingenieur, bisher als Leiter Gesamtfahrzeug für Rolls-Royce und die BMW-Oberklasse zuständig, löst am 1. Juli Klaus Fröhlich ab. Fröhlich, der sich im vorigen Jahr ebenso wie Zipse Hoffnungen auf den Vorstandsvorsitz gemacht hatte, erreicht in diesem Jahr die bei BMW für Spitzenmanager übliche Altersgrenze von 60 Jahren.

          Der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Norbert Reithofer, zollte Fröhlich „höchste Anerkennung für seine langjährige und erfolgreiche Arbeit“ und freute sich darüber mit Weber „einen sehr kompetenten Nachfolger“ gefunden zu haben. Als Produktlinienleiter habe dieser einen entscheidenden Anteil am Erfolg „unserer äußerst erfolgreichen großen Baureihen BMW 7er, 8er, X5 und X7“, erklärte Reithofer.

          Drastisch gekürzt wird die Dividende

          Bevor Weber im Jahr 2011 zu BMW kam, war er bei Opel an der Entwicklung des Elektroautos Ampera beteiligt. Davor hatte der gebürtige Wiesbadener die Entwicklung des Chevrolet Volt, dem Ampera-Vorbild, bei der damaligen Opel-Muttergesellschaft General Motors begleitet.

          Am Donnerstag legte BMW zudem noch die Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr vor. Erstmal in seiner gut hundertjährigen Geschichte erwirtschaftete der Auto- und Motorradhersteller mehr als 100 Milliarden Euro Umsatz. Die Konzernerlöse nahmen um 7,6 Prozent auf 104,2 Milliarden Euro zu.

          Neuer Entwicklungsvorstand: Der 53-jährige Ingenieur Frank Weber leitet derzeit die Produktlinie Rolls-Royce und BMW-Oberklasse.
          Neuer Entwicklungsvorstand: Der 53-jährige Ingenieur Frank Weber leitet derzeit die Produktlinie Rolls-Royce und BMW-Oberklasse. : Bild: dpa

          Allerdings brach das Ergebnis vor Steuern um ein Viertel auf 7,1 Milliarden Euro ein, weil zum einen im ersten Quartal eine Rückstellung über 1,4 Milliarden Euro wegen eines möglichen EU-Kartellverfahrens gebildet wurde und zum anderen hohe Vorleistungen für Forschung und Entwicklung entstanden waren.

          Drastisch gekürzt wird die Dividende. Statt 3,50 Euro sollen nur noch 2,50 Euro je Stammaktie ausgezahlt werden. In die Kasse des BMW-Großaktionärs würde damit deutlich weniger als 1 Milliarde Euro fließen. Die Erben des Großindustriellen Herbert Quandt, seine Kinder Stefan Quandt und Susanne Klatten halten zusammen 46,7 Prozent des Grundkapitals.

          Erfüllte Zielvorgabe 

          BMW-Chef Zipse stellte auf die kontinierliche Renditesteigerung ab: „Wir haben unsere Profitabilität 2019 von Quartal zu Quartal gesteigert, und das trotz eines herausfordernden Marktumfelds. Das zeigt, dass wir die richtigen Produkte auf der Straße haben und unsere Strategie wirkt.“ Allein im vierten Quartal legte der Überschuss dank florierender Geschäfte mit teuren Stadt-Geländewagen um 6,7 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro zu.

          Im Autogeschäft erzielte BMW im Gesamtjahr eine Umsatzrendite von 4,9 Prozent und erfüllte damit die Zielvorgabe des Vorstands. In der Corona-Panik an der Börse waren die Geschäftszahlen von BMW gleichwohl nicht geeignet, den Kursverfall der BMW-Aktie zu bremsen.

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