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BMW i3 : Die leise Revolution

Stille Produktion in Leipzig: Roboter sortieren Carbonteile des BMW i3 Bild: BMW

Der i3 von BMW wird lautlos und emissionsfrei fahren. Das Stromauto soll ein gutes Geschäft werden. Dafür erfindet der Konzern den Automobilbau neu.

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          Das Erste, was auffällt, ist das, was fehlt. In der luftig-hellen Montagehalle ist kein Klappern von Blechteilen zu hören. Von weit sprühenden Funken im Karosseriebau ist auch nichts zu sehen. Und im Presswerk gibt es nicht diese schweren Erschütterungen der großen Maschinen. Hier im Leipziger BMW-Werk werden die ersten Vorserienfahrzeuge des neuen Kompaktmodells i3 gefertigt. Weil das Auto eine Karosserie aus carbonfaserverstärktem Kunststoff (CFK) hat, werden Türrahmen und Dächer nicht geschweißt, sondern geklebt, werden keine Bleche gepresst, sondern Carbongelege verformt. Die Mitarbeiter tragen Sicherheitswesten, aber keine Schutzbrillen.

          Henning Peitsmeier
          Wirtschaftskorrespondent in München.

          An einer Hallenwand hängt ein riesiges Spruchband. „Nerven aus Carbon“ ist darauf zu lesen. „Wir betreten hier absolutes Neuland“, sagt BMW-Ingenieur Daniel Schäfer, „da muss man schon Nerven haben.“ Aus Carbon, nicht aus Stahl. In der Produktion des i3 ist ein Presswerk eigentlich gar nicht vorgesehen, sondern nur noch eine „CFK-Einzelteilherstellung“. Trotzdem spricht Schäfer, der den gesamten Fertigungsprozess verantwortet, noch vom Presswerk. Es ist ein Begriff aus der alten Welt des Automobilbaus.

          Erste Einblicke

          Die neue Welt ist in Leipzig zu besichtigen, auf dem weitläufigen Gelände des modernen BMW-Werks, für das die Londoner Stararchitektin Zaha Hadid im Jahr 2004 das inzwischen preisgekrönte Zentralgebäude entworfen hat. „Leipzig wird in diesem Jahr eine zentrale Rolle für BMW spielen“, sagt Produktionsvorstand Harald Krüger anlässlich der „BMW-i-Innovationstage“. Der Münchner Konzern hat eine Gruppe von Journalisten in seine Vorzeigefabrik eingeladen, um erste Einblicke in die Fertigung des neuen Elektrofahrzeugs zu geben. Und um mit einigen Vorurteilen aufzuräumen, die batteriegetriebenen Plastikautos schnell entgegengebracht werden können. Deshalb beantwortet Krüger auch Fragen, bevor sie gestellt werden: „Wir gehen davon aus, dass wir vom Serienstart an mit jedem BMW i3 Geld verdienen werden.“

          Andere Hersteller haben Elektromotoren in vorhandene Fahrzeuge eingebaut, die dann so schwer und teuer wurden, dass sie sich heute schlecht verkaufen lassen. Krüger macht eine andere Rechnung auf: Der i3 sei von Grund auf so intelligent konstruiert, dass für seine CFK-Karosserie ein Drittel weniger Bauteile benötigt würden und der Karosseriebau nur die halbe Produktionsfläche benötige; außerdem entfielen die teuren Investitionen in ein Presswerk und eine Groß-Lackiererei. Weniger Teile, weniger Werkzeuge, weniger Arbeitsschritte - und somit ein höherer Gewinn.

          „Carbon ist die Zukunft“

          Bei BMW glauben sie fest daran, ein neues Zeitalter einzuläuten. „Carbon ist die Zukunft. Wir werden das Material zunehmend auch in konventionellen BMW-Modellen einsetzen“, sagt Krüger. Allerdings ist der ultraleichte schwarze Baustoff um ein Vielfaches teurer als Stahl und Aluminium. Das werde nicht so bleiben, argumentiert Krüger: „Je mehr andere Autohersteller Carbon verwenden, um so günstiger wird es.“

          Weil die Carbon-Produktion zunächst viel Energie braucht, lässt BMW die Kohlefasern im amerikanischen Moses Lake produzieren, in einer Fabrik, die Strom von einem der größten Wasserkraftwerke der Welt bezieht. In Leipzig werden vier Windräder aufgestellt, die mehr Strom einspeisen, als für die Produktion des i3 nötig ist. BMW, auch das ist die Botschaft, hat nicht nur die Technik und die Kosten im Griff, sondern ist auch Vorreiter beim Umweltschutz.

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