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BMW-Chef Krüger im Interview : „Nichts deutet auf den Tod des Diesel hin“

  • Aktualisiert am

BMW-Chef Harald Krüger während der Bilanzpressekonferenz im März Bild: dpa

Gut für die Umwelt und für den Geldbeutel ist der Euro-6-Diesel für den BMW-Chef. Im Gespräch mit der F.A.S. verrät Krüger auch, wo Niederbayern das Silicon Valley schlägt und was der Autobauer in Sachen E-Mobilität vorhat.

          BMW-Chef Harald Krüger glaubt allen Skandalen und politischen Debatten zum Trotz nicht an ein baldiges Ende des Diesel. „Nichts deutet auf einen Tod des Diesel hin“, sagt Krüger in der F.A.S.: „Der saubere Diesel hat noch eine lange Zukunft vor sich.“ Das Verhalten der Kunden steht demnach im schroffen Gegensatz zur öffentlichen Debatte: „Die Bestellungen im März sind wieder gestiegen, die Restwerte für gebrauchte Diesel bleiben stabil, aller gezielten Skandalisierung zum Trotz. Der Euro-6-Diesel ist hocheffizient und absolut sauber, das ist gut für die Umwelt und für den Geldbeutel.“ Ab 20.000 Kilometer im Jahr liege der Diesel eindeutig im Vorteil, sagte Krüger, „deswegen hält er so einen hohen Anteil in Firmenflotten.“

          Wie die F.A.S. weiter berichtet, wird BMW sein autonom fahrendes Elektromobil „iNext“ künftig in Dingolfing bauen. „In der Produktion hat Niederbayern in dem Fall die Nase vorn vor dem Silicon Valley“, sagte der BMW-Chef. „Verstehen Sie das ruhig als Bekenntnis zum Technologie-Standort Deutschland!“, fügte er an. Subventionen des Freistaates Bayern fließen für die neue Produktion nach seinen Worten nicht. „Ausschlaggebend für die Entscheidung ist die Nähe zur technologischen Kompetenz im Konzern und zur Entwicklung des elektrischen Antriebstrangs“, sagte Krüger in der F.A.S., dies mache die höheren Löhne im Vergleich zu Osteuropa oder Asien wett.

          „Es gibt mehr als dieses eine Argument, erst recht für ein Auto, bei dem wir vom Leichtbau bis zum autonomen Fahren alles einbringen, was wir als Technologieführer können“, sagte Krüger. Das neue Modell komme im zweiten Halbjahr 2021 in den Handel, „der Termin steht“, betonte der BMW-Chef, der sich in der F.A.S. zuversichtlich zeigt, 2017 mehr als 100.000 elektrifizierte Autos zu verkaufen: „Am Ende des Jahres steht die Zahl. Im ersten Quartal haben wir schon 20.000 elektrifizierte Autos verkauft, und im Laufe des Jahres kommen weitere Modelle mit Plug-in-Hybrid in den Markt. Allein der Absatz des „i3“ hat sich in Deutschland im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahr verdoppelt.“

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