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BMW-Chef unter Druck : Harald Krüger muss um neuen Vertrag bangen

  • -Aktualisiert am

Harald Krüger bei der Bilanz-Pressekonferenz von BMW im März Bild: dpa

Der Vertrag von BMW-Chef Krüger läuft zu ungünstigen Zeiten aus. Offenbar steht die Verlängerung auf der Kippe. Ob Krüger noch eine Chance bekommt, hängt auch von der Familie Quandt ab.

          Die erfolgsverwöhnten Bayerischen Motoren Werke steuern durch schwierige Zeiten: Rendite unter Druck, Aktie unter Druck – und damit zwangsläufig Vorstand unter Druck. Die Zweifel, wie lange Harald Krüger, 53, noch an der Spitze des Autokonzerns steht, wachsen jedenfalls. Der Manager wird öffentlich angezählt, intern wie extern wird über sein Schicksal spekuliert.

          Georg Meck

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Formell stellt sich die Gefechtslage wie folgt dar: Der Vertrag des Vorstandsvorsitzenden läuft in einem Jahr, im Mai 2020, aus. Da Krüger ein zweifellos integrer Mann weit unterhalb der Pensionsgrenze ist, wäre die Verlängerung seines Mandats in ruhigeren Zeiten eine Formalie. Bei allgemeiner Zufriedenheit ist es in Dax-Konzernen üblich, dass der Aufsichtsrat zwölf Monate vor dem Vertragsende seinen Haken unter das neue Mandat setzt.

          Die Zeiten aber sind ungemütlich, für Krüger wie für BMW: Die Autosparte des Konzerns rutschte zum Auftakt des Jahres erstmals seit zehn Jahren in die Verlustzone, die Dividende für die Aktionäre wird gekürzt. Und dazu noch der ganze Diesel-Ärger und die milliardenteure Kartellstrafe aus Brüssel. Alles nicht schön.

          BMW: Verhandlungen erst im Juni

          Auf alle Fragen zur Zukunft Krügers zieht sich der Konzern daher auf die formelle Position zurück, dass dies „zum gegenwärtigen Zeitpunkt kein Thema“ sei, dass über einen neuen Vertrag erst im Juni, wie gesetzlich vorgeschrieben zwölf Monate vor dessen Ende, verhandelt würde. Weder der Aufsichtsratsvorsitzende Norbert Reithofer, Krügers Vorgänger und Förderer, noch die Familie Quandt als Großaktionär sind mit Treueschwüren zur Stelle, so dass über Krügers Schicksal weiter munter spekuliert werden darf.

          Auf der Hauptversammlung an diesem Donnerstag wird diese Frage nicht geklärt werden, so ist aus dem Unternehmen zu hören, was die Laune der unzufriedenen Aktionäre nicht mildern dürfte. „BMW hat ein Problem, der Konzern steht im Moment schlechter da als die Konkurrenz“, kritisiert etwa Profi-Investor Michael Muders, Fondsmanager der Union Investment. „Mit i3 und i8 war BMW zu früh dran, hat mit der Elektromobilität Milliarden verloren, jetzt sind Daimler und VW mindestens zwei Jahre voraus.“ Von Harald Krüger würde er sich „mehr Akzente und mehr Sichtbarkeit“ wünschen.

          Allzu offensiv darf ein BMW-Chef allerdings öffentlich nicht auftreten, schon gar nicht in eigener Sache, das ist noch niemandem gut bekommen, denn das mögen die Quandts gar nicht. „Der Star ist das Auto“, lautet das ungeschriebene Gesetz der Großaktionäre. Manager kommen und gehen.

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