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Blackstone-Chef : Herrscher der Welt GmbH

  • -Aktualisiert am

Blackstone-Chef Stephen Schwarzman Bild: Bloomberg News

Auch wenn er hierzulande als „Heuschrecke“ beschimpft wird - auf Deutschland läßt Stephen Schwarzman nichts kommen. 16 Milliarden Euro hat der Blackstone-Chef bislang in deutsche Unternehmen investiert, und das ist erst der Anfang.

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          Auf Deutschland läßt der Amerikaner Stephen Schwarzman nichts kommen. Der Mitgründer, Chairman und Vorstandschef der amerikanischen Beteiligungsgesellschaft The Blackstone Group hat hierzulande nach eigenen Angaben 16 Milliarden Euro investiert und plant sicherlich weitere Großübernahmen.

          Deutsche Unternehmen hält der Nachfahr deutscher Einwanderer für Weltklasse, ebenso die hiesigen Arbeitnehmer. Auch zur Politik pflegt der 59 Jahre alte Firmenjäger beste Kontakte: Bundeskanzlerin Angela Merkel kennt er ebenso wie Finanzminister Peer Steinbrück, mit dessen Hilfe er den Kauf eines Anteils an der Deutschen Telekom für 2,7 Milliarden Euro einfädelte.

          Sohn eines Bettwäschehändlers

          Wenn nur nicht die öffentlichen Debatten über die Machenschaften mancher Finanzinvestoren wären: Die scheint der Sohn eines Bettwäschehändlers aus Philadelphia den deutschen Politikern immer noch nachzutragen.

          Anderthalb Jahre, nachdem der damalige SPD-Chef Franz Müntefering Beteiligungsgesellschaften wie Blackstone als "Heuschrecken" titulierte, sprach der einstige Investmentbanker Merkel nochmals darauf an.

          Der Mann mit dem Elefantengedächtnis

          Die Gelegenheit dazu hatte er in der vergangenen Woche, wo er gemeinsam mit 99 anderen internationalen Spitzenmanagern zu Gast bei der Bundeskanzlerin war. Nach einem den Standort Deutschland lobpreisenden Vortrag Merkels stand Schwarzman auf und fragte laut Teilnehmern, wie es denn sein könne, daß er von einem Minister ihres Kabinetts als Insekt betrachtet werde.

          Merkel bat ihn, das mit Herrn Müntefering selbst zu diskutieren. Die Aufgabe übernahm einen Tag später auf der Konferenz ein anderer Manager und fragte Müntefering, dieser sei doch sicherlich damals falsch verstanden worden. Müntefering verneinte und wies nochmals ausdrücklich auf die biblische Plage hin, an die ihn die Finanzinvestoren erinnerten.

          Schwarzmans Elefantengedächtnis ist nachvollziehbar, denn derartige Negativschlagzeilen sind schlecht fürs Geschäft. Und das floriert für Blackstone derzeit nicht nur in Deutschland.

          Weltherrscher in dunklen Nadelstreifen

          Gemeinsam mit dem Elder Statesman Peter Peterson hat der zumeist in dunklen, nadelbestreiften Anzügen auftretende Manager die wohl größte Beteiligungsgesellschaft der Welt geschaffen: sechs Geschäftszweige - fremdfinanzierte Firmenübernahmen (Buyouts), Restrukturierungsberatung, Beratung bei Fusionen und Übernahmen, Hedge-Fonds, Unternehmensfinanzierung und schließlich Immobilien - insgesamt mehr als 67 Milliarden Dollar Anlagevermögen.

          Gegründet hat Schwarzman Blackstone im Jahr 1985. Der Name war eine Reminiszenz an die nationalen Wurzeln der beiden Gründer: Aus dem deutschen Wort Schwarz wurde Black und aus dem Namen Petersons floß über den Umweg des griechischen Begriffs für Stein, Petra, das Wörtchen Stone mit ein.

          „Krake“ Blackstone

          Ein Jahr später stellten sie den ersten Fonds auf die Beine. Ziemlich schnell verstanden die beiden Gründer, daß sie am meisten verdienen können, indem sie möglichst viele Fonds verwalten. Denn die Manager von Private-Equity-Fonds werden nicht nur über eine Erfolgsbeteiligung bezahlt, sondern auch über jährliche Verwaltungsgebühren. Und so wuchs Blackstone wie eine Krake in die verschiedenen Geschäftszweige hinein.

          Seither hat Blackstone Firmen im Wert von mehr als 150 Milliarden Dollar übernommen. Schwarzman ist der Patriarch, der jede Übernahme mitbestimmt, wie ein Herrscher einer Welt GmbH Unternehmen kauft und abseits der Börse versucht, deren Wert zu steigern.

          In engem Kontakt mit Steinbrück

          Für ihn hat es sich ausgezahlt: Auf der Forbes-Liste der reichsten Menschen erreicht er mit einem Vermögen von 2,5 Milliarden Dollar Rang 292. Und er besitzt ein für 37 Millionen Dollar gekauftes 35-Zimmer-Appartement neben dem New Yorker Central Park.

          Auch wenn Münteferings Vergleich und dubiose Übernahmetransaktionen wie diejenige des Chemiehersteller Celanese Schwarzmans Ruf ein paar Dellen verpaßt haben, wird er in Deutschland auch in Zukunft kräftig zukaufen.

          Mag Müntefering ihn auch beschimpfen, mit dessen Parteikollegen Steinbrück hält Schwarzman den Kontakt - denn wer weiß schon, wann der nächste Verkauf von Telekom-Aktien ansteht.

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