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Brief von Chef Larry Fink : Blackrock geht in die Charme-Offensive

Blackrock-Chef Larry Fink im Februar 2017 in New York Bild: Reuters

Der Vermögensverwalter Blackrock fühlt sich in Deutschland falsch verstanden: Das Unternehmen sei keine Heuschrecke, sondern ein Dienstleister für jeden Geldbeutel – das schreibt Chef Larry Fink jetzt in einem offenen Brief.

          Der weltgrößte Vermögensverwalter Blackrock kämpft um seinen Ruf in Deutschland. Seitdem Friedrich Merz seine Kandidatur für den CDU-Vorsitz bekanntgegeben hat, ist seine Arbeit als Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschlandsparte des Finanzkonzerns von vielen Seiten kritisiert worden. Oft wurden dabei Begriffe wie Hedgefonds oder Heuschrecken ins Feld geführt. Eine Razzia in der Deutschlandzentrale von Blackrock rund um fragwürdige Aktiengeschäfte (Cum-Ex) nur eine Woche nach Merz‘ Kandidatur rückte den Konzern ebenfalls in ein schlechtes Licht.

          Tim  Kanning

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Nun geht der Chef und Mitgründer von Blackrock, Larry Fink, in die Charme-Offensive. In einem im Internet veröffentlichten Brief bedauert er, dass Blackrock in den vergangenen Wochen in den Fokus der deutschen Öffentlichkeit gerückt sei und beschreibt ausführlich, wie er sein Unternehmen verstanden wissen will. Blackrock sei ein „Treuhänder der Ersparnisse vieler Millionen Menschen weltweit“. Dazu gehörten Arbeiter und Angestellte ebenso wie Unternehmer und Rentner, schreibt Fink und betont, dass man in Deutschland schon seit 25 Jahren verankert sei. „Wir sind keine Bank“, betont er. Stattdessen sei Blackrock ein unabhängiger Vermögensverwalter, der seinen Kunden schon ab 25 Euro einen einfachen Zugang zu den Anlagemärkten und damit die Teilhabe am Wirtschaftswachstum ermöglichen wolle.

          Wegen seiner schieren Größe ist Blackrock in der Öffentlichkeit schon lange vor der Personalie Merz oft skeptisch beäugt worden. Schwer vorstellbare 6 Billionen Dollar haben Kunden dem Vermögensverwalter anvertraut. Über seine Fonds hält er – im Namen dieser Kunden – nennenswerte Anteile an fast allen großen börsennotierten Unternehmen in vielen Märkten der Welt. In Deutschland ist Blackrock zum Beispiel mit einem Anteil von 6,4 Prozent an Bayer und von 5,8 Prozent an Siemens der größte Einzelaktionär zweier großer Industriekonzerne. Zweitgrößter Aktionär ist Blackrock bei SAP und der Deutschen Bank. Fink betont nun in seinem Schreiben: „Wir handeln stets in vollem Bewusstsein der großen Verantwortung, die wir tragen.“ Er verstehe seinen Konzern als langfristigen Investor, der den Dialog mit den Unternehmen nur suche, um „ihre Strategie und den gesellschaftlichen Beitrag jedes Unternehmens besser zu verstehen“.

          Auf die Ermittlungen um die Cum-Ex-Geschäfte, welche zu der Razzia vor zwei Wochen geführt hatten, geht Fink nicht ein. Und auch den Namen Friedrich Merz nennt er nicht explizit. Bei den von der Staatsanwaltschaft Köln untersuchten Vorgängen geht es um Fälle aus den Jahren 2007 bis 2011, also der Zeit, bevor Merz in den Aufsichtsrat von Blackrock einstieg. Der Vermögensverwalter betont, dass er selbst solche Geschäfte nicht aufgesetzt habe. In Finanzkreisen wird darauf verwiesen, dass solche Geschäfte möglicherweise mit Aktien gemacht wurden, die Blackrock weiter verliehen habe.

          Zu Merz’ Kandidatur als CDU-Vorsitzender hatte sich Fink schon bei früherer Gelegenheit geäußert und gesagt, dass er zunächst weiter den Aufsichtsrat führen solle. „Wenn er nicht Vorsitzender der CDU wird, würden wir es sehr begrüßen, wenn er weiterhin mit Blackrock zusammenarbeitet“, sagte Fink.

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