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Blackphone : Ein Handy gegen Späher

So soll das Blackphone aussehen Bild: Screenshot/Blackphone

Dieses Handy verspricht, was man sich in Zeiten der NSA-Enthüllungen nur wünschen kann: Mit dem Blackphone soll man sicher telefonieren und surfen können. Dahinter steckt mehr als nur ein Marketingcoup.

          Die Hürden sind hoch gelegt: Ein in der Schweiz ansässiges Gemeinschaftsunternehmen hat angekündigt, das erste Smartphone der Welt auf den Markt zu bringen, für das Datenschutz und Nutzerkontrolle wichtiger sind als alles andere. Das Gerät heißt Blackphone und hat mit den legendären Blackberrys nichts zu tun - außer, dass man nach Firmenangaben ebenfalls höchsten Wert auf Sicherheit legt.

          Thiemo Heeg

          Redakteur in der Wirtschaft.

          In Zeiten der Diskussion um alles und jeden ausspähende Geheimdienste sorgt eine solche Ankündigung für Aufmerksamkeit. Und es scheint mehr als ein obskurer Marketingcoup zu sein. Hinter der Allianz der Unternehmen Geeksphone und Silent Circle steckt unter anderem der Erfinder der berühmten Verschlüsselungssoftware PGP, Phil Zimmermann. „Ich habe während meiner gesamten Karriere darauf hingearbeitet, sichere Telefonprodukte auf den Markt zu bringen“, sagt der Mitgründer und Geschäftsführer von Silent Circle.

          Hochsicherheitshandys haben ihren Preis

          Mit dem neuen Handy glaubt er dieses Ziel zu erreichen. „Das Blackphone gibt seinen Nutzern alles an die Hand, um die Privatsphäre ihrer Kommunikation zu sichern, und bringt zugleich alle Smartphonefunktionen, die sie inzwischen erwarten.“ Dies soll ein Handy-Betriebssystem namens PrivatOS im Blackphone gewährleisten. Es baut auf Googles Android auf, setzt aber einen stärkeren Schwerpunkt gegen Ausspähung. Die Entwickler versprechen sichere Telefongespräche, sichere SMS, das Übertragen und Speichern von Daten sowie die Möglichkeit sicherer Video-Chats. Im Internet könne man privat surfen und die eigenen Aktivitäten über VPN (virtuelles privates Netzwerk) anonymisieren.

          Weitere Details oder Preise wurden zunächst nicht genannt. Offiziell soll das Gerät am ersten Tag des Mobile World Congress (MWC) in Barcelona vorgestellt werden. Die größte Mobilfunkmesse der Welt beginnt am 24. Februar. Von diesem Zeitpunkt an will man auch Vorbestellungen aufnehmen. Bis dahin dürfen Interessenten mit einem gut dreiminütigen Video vorliebnehmen, das die Vorzüge des Blackphones preist.

          Wer bislang mit seiner Handynutzung halbwegs auf Nummer Sicher gehen wollte, musste in vielerlei Hinsicht Kompromisse eingehen. In der Vergangenheit war die Bedienung zum Teil unkomfortabel und abschreckend für potentielle Nutzer. Zudem haben Hochsicherheitshandys wie das Telekom-Modell Simko 3 auf der Basis von Samsungs Smartphone Galaxy S3 ihren Preis. Bei einer Vertragslaufzeit von zwei Jahren schlagen sie mit mindestens 1700 Euro zu Buche. Neben Behörden („Merkelphone“) gehört die Wirtschaft zu den Hauptkunden, weniger dagegen Privatleute.

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