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Blackberry : Ende eines Klassikers

Typisches QWERTY-Tastaturtelefon von Blackberry: Einst Erfolgsgarant, wird das Telefon nun abgeschafft. Bild: Reuters

Mit der Wiedereinführung des Tastatur-Telefons hoffte Blackberry, an die Erfolge vergangener Zeiten anzuknüpfen. Vergeblich. Und auch bei der Software setzt das Unternehmen jetzt auf die Konkurrenz.

          Der kanadische Smartphone-Hersteller Blackberry hoffte auf ein Comeback, als er vor rund eineinhalb Jahren das Modell „Classic“ vorstellte. Das Gerät hatte neben einem berührungsempfindlichen Bildschirm (Touchscreen) auch eine Tastatur, so wie die Smartphones, mit denen Blackberry einst erfolgreich wurde. Blackberry ist im Smartphone-Markt längst von Apple mit seinem iPhone und Geräten mit der Software Android von Google abgehängt worden.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Die Kanadier haben ihre Handy-Palette inzwischen selbst auf Produkte mit Touchscreen umgestellt, wie sie Apple populär gemacht hat, konnten aber damit den Verlust von Marktanteilen nicht aufhalten. Derweil gab es noch immer einen Kreis von Smartphone-Nutzern, die eine physische Tastatur bevorzugten, und genau an diese Gruppe richtete sich Blackberry mit dem „Classic“.

          Den Kunden „etwas Besseres“ bieten

          Aber das Kalkül ging offenbar nicht auf. Das Unternehmen kündigte jetzt an, die „Classic“-Linie wieder einzustellen. Der für das Hardwaregeschäft von Blackberry verantwortliche Ralph Pini schrieb, es sei „sehr schwer“, das Gerät aufzugeben, aber das Unternehmen wolle seinen Kunden „etwas Besseres“ bieten. Mit dem Ende der Modellreihe zieht sich Blackberry ein Stück weiter aus dem Hardwaregeschäft zurück.

          Der Vorstandsvorsitzende John Chen versucht seit einiger Zeit, Blackberry stärker als Software- und Dienstleistungsanbieter zu positionieren und macht damit auch Fortschritte. Hier wachsen die Umsätze, während das Hardwaregeschäft weiter schrumpft. In seinem jüngsten Geschäftsquartal verkaufte Blackberry nur noch 500000 Smartphones. Nach Angaben des Marktforschungsinstituts Gartner hatte Blackberry zuletzt nur noch einen Anteil von 0,2 Prozent am Weltmarkt für Smartphones.

          Selbst Kunden aus der Politik, wo Blackberrys wegen ihrer Sicherheitsfunktionen beliebt geblieben sind, verabschieden sich. Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass der amerikanische Senat seinen Mitgliedern künftig anstelle von Blackberrys iPhones und Android-Geräte geben wird, und Präsident Barack Obama, einst als leidenschaftlicher Blackberry-Nutzer bekannt, verriet in einer Talkshow, dass er ebenfalls umgestellt hat. Blackberry-Chef Chen hat indessen bislang beteuert, er wolle die Hardwareaktivitäten nicht ganz aufgeben. Dabei setzt Blackberry nun anstelle seines hauseigenen Betriebssystems aber verstärkt auf Android. Im laufenden Geschäftsjahr will Blackberry noch mehrere Android-Geräte auf den Markt bringen.

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