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Französischer Anbieter : Bla Bla Car übernimmt deutsche Mitfahrportale

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Webseite von Mitfahrgelegenheit.de: Der Service soll auf einer Plattform vereinheitlicht werden. Bild: dpa

Der französische Anbieter Bla Bla Car übernimmt die beiden deutschen Portale Mitfahrgelegenheit.de und Mitfahrzentrale.de. Was bedeutet das für die Nutzer? Sie sollen „allmählich an Änderungen“ herangeführt werden.

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          Die französische Firma Bla Bla Car wird zum dominierenden Anbieter von Mitfahrgelegenheiten in Deutschland. Bla Bla Car übernimmt den Konkurrenten Carpooling, der die Websites mitfahrzentrale.de und mitfahrgelegenheit.de betreibt. Ein Kaufpreis wurde am Mittwoch nicht genannt. Unter den bisherigen Besitzern von Carpooling waren der Autokonzern Daimler und der Internet-Finanzierer Earlybird.

          „Wir wollen als wichtigste Alternative zu Bus und Bahn wahrgenommen werden“, sagte Bla Bla Car-Mitgründer Nicolas Brusson. „Wenn ich mir heute in Deutschland Bla Bla Car und Carpooling zusammen anschaue, sind wir vielleicht bei einem Zehntel der Dimension, die wir erreichen wollen.“

          Bei den Mitfahrangeboten ist die Vergütung der Fahrer auf die Betriebskosten beschränkt. Bei Bla Bla Car liegt der Richtwert bei etwa fünf Euro pro 100 Kilometer, der Betreiber streicht eine Gebühr ein.

          Die Nutzer „allmählich an Änderungen“ heranführen

          Bla Bla Car will bei den Websites mitfahrgelegenheit.de und mitfahrzentrale.de zunächst nichts verändern. „In den nächsten Monaten soll der Service auf einer Plattform vereinheitlicht werden. Die Idee ist, die Nutzer allmählich an die Änderungen heranzuführen“, sagte der für das Geschäft in Deutschland zuständige Manager Olivier Bremer.

          Bla Bla Car sah sich bereits vor der Übernahme als Marktführer in Deutschland. Brusson sieht jedoch keine Wettbewerbsprobleme: „Es ist eine Frage, wie man den Markt definiert. Wenn ich verreise, habe ich die Auswahl zwischen verschiedenen Optionen: Bahn, Bus, Mitfahrangebote, eigenes Auto... Von diesem Mobilitätsmarkt haben wir nur einen Bruchteil.“

          Die vor einigen Monaten bekanntgegebenen Pläne von Carpooling für den amerikanischen Markt werden zunächst nicht vorangetrieben. „Carpooling hatte noch keine betrieblichen Aktivitäten in den USA. Es ist nichts, was wir auf kurze Sicht weiterverfolgen werden“, sagte Brusson. Bla Bla Car fokussiere sich wie bisher auf Europa und Wachstumsmärkte wie Indien, Russland oder die Türkei. „Die USA könnten später dazukommen.“

          Brusson hatte bereits in den vergangenen Monaten erklärt, die Vereinigten Staaten seien ein schwieriger Markt für Mitfahrangebote. Unter anderem sei der öffentliche Nahverkehr, auf den man nach Mitfahrreisen zwischen zwei Städten angewiesen sein kann, vielerorts schwach ausgebaut. Carpooling wollte dieses Problem über eine Kooperation mit dem umstrittenen Fahrdienst-Vermittler Uber lösen.

          Wie es mit der Uber-Partnerschaft nach der Übernahme weitergeht, sei noch offen, betonte Brusson. „Wir müssen erst selber verstehen, was wir mit der Kooperation mit Uber anfangen können. Das wird einige Monate dauern. Das ist eine offene Frage im Moment.“ Überhaupt sei es mehr ein Zugang zu Schnittstellen, denn eine vertraglich bindende Partnerschaft.

          Bla Bla Car sei bereits seit zwei, drei Jahren in Gesprächen mit Carpooling gewesen, sagte Brusson. Von beiden Seiten habe es dabei die Idee gegeben, einen europäischen Champion zu bilden. Vor etwa einem halben Jahr seien die Überlegungen dann sehr konkret geworden. „Der entscheidende Punkt war, als wir im Sommer 2014 eine Finanzierung von 100 Millionen Dollar bekamen.“ Auch dass Bla Bla Car zur Nummer eins in Deutschland werden konnte, habe Carpooling und den Anteilseignern wie Daimler und Earlybird deutlicher gemacht, dass eine Übernahme Sinn ergebe.

          Bei dem Zukauf gehe es auch um die Website-Adressen Mitfahrzentrale.de und Mitfahrgelegenheit.de sowie die Erweiterung der Kunden-Basis, räumte Brusson ein. „Es geht aber auch um das Team.“

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