https://www.faz.net/-gqe-8wajs

Bis zu 500 „Studios“ geplant : Tupperware will künftig auch in Läden verkaufen

  • Aktualisiert am

Tupperparty: Ein Mädels-Event, wie der Tupper-Chef findet. Bild: Lukas Kreibig

Plastikdosen auf Partys verkaufen – das ist noch immer ein Erfolgsmodell, sagt der Tupperware-Chef. Trotzdem will er in Deutschland in Zukunft auch bis zu 500 Läden haben. Dort will er nicht nur Dosen verkaufen.

          2 Min.

          Trotz des wachsenden Onlinehandels setzt der amerikanische Plastikdosenhersteller Tupperware weiter auf Verkaufspartys – und will diesen Vertriebsweg noch stärken. „Partys sind noch immer unser Verkaufsmodell“, sagte Tupperware-Chef Rick Goings der Nachrichtenagentur dpa. Direkte Ansprache durch Bekannte oder Verwandte im Verkauf sei vor allem für jüngere Leute äußerst wichtig. „Das ist äußerst intim“, sagte Goings. „Es ist ein Mädelsabend, sie trinken vielleicht ein bisschen Wein, es ist ein soziales Event.“ Und wenn den Teilnehmerinnen die Produkte gefielen, kauften sie über das Internet weitere Sachen hinzu. Allerdings mache der Online-Bereich derzeit nur einen „niedrigen einstelligen“ Teil der Umsätze aus.

          „Derzeit haben wir fast nur Partys“, sagte der Vorstandsvorsitzende, der das Unternehmen seit fast 20 Jahren leitet. In der Zukunft will er diesen Vertriebsweg noch mit „Studios“ stärken. „Die Studios sind vor allem für unsere Verkäuferinnen, für wöchentliche Treffen.“ Damit solle die Bindung zum Unternehmen gestärkt werden, etwa indem keine langen Wege mehr zum Lager nötig seien. Angedacht sei letztlich eine Entfernung von gerade mal 15 Minuten, sagte Goings. Wie viele Menschen in Deutschland für Tupperware arbeiten, will das Unternehmen nicht verraten, ebenso wenig wie den hierzulande erzielten Umsatz.

          Aber die Räume sollen sich auch an Verbraucher richten. Sie könnten dort ausgewählte Produkte kaufen. Möglich seien auch Live-Vorführungen wie etwa Kochschulen zu Demonstrationszwecken.

          Bis zu 500 „Studios“ in Deutschland geplant

          In Deutschland gibt es bisher kein „Studio“, geplant sind in der Zukunft bis zu 500. Es werde aber noch einige Jahre dauern, bis es überhaupt solche Räume in zweistelliger Zahl gebe. Goings betonte, in China betreibe Tupperware schon 5600 Studios. „Wir wissen also, dass das Konzept funktioniert.“ Allerdings ist in China oft Wohnraum knapp, so dass die Tupperware-Partys eher in Geschäftsräumen ausgerichtet werden.

          Der ehemalige Marinesoldat verglich sein geplantes Konzept mit einem Flottenverband: Um einige große Vertriebscenter sollten sich mehrere Studios formieren – so wie Fregatten und Zerstörer um einen Flugzeugträger. „Ich möchte in der Zukunft keine solch großen Verteilerstationen mehr, sondern möchte näher an die Verkäufer, näher an die Kunden.“

          Menschen mit Migrationshintergrund stellten mittlerweile mehr als zehn Prozent der Verkäufer, sagte der Nachfahre österreichischer Auswanderer. Um die Frauen zu unterstützen, würden die wichtigsten Broschüren auch in andere Sprachen übersetzt, im Deutschland vor allem in Türkisch und Russisch. Für viele Familien sei der Job eine gute Integrationshilfe. „Die Frauen kommen aus dem Haus raus, nehmen an der Wirtschaft teil, lernen die Sprache, lernen Leute kennen. Und er unterstützt sie, wenn er sieht, was sie dazuverdient“, so Goings.

          Auch Kosmetikprodukte gehören zum Sortiment

          Aufbewahrungsschüsseln für Lebensmittel machen mittlerweile nur noch rund ein Fünftel des Umsatzes von Tupperware aus. Den Großteil erlöst das Unternehmen etwa mit Wasserfiltern oder Mikrowellenprodukten. Zudem gehören Kosmetik- und Körperpflegeprodukte unter verschiedenen Markennamen zu dem Konzern.

          Verkäufe in Schwellenländern machen zwei Drittel aus - vor allem Mexiko spielt eine zentrale Rolle, und auch Deutschland ist ein wichtiger Markt. 2016 stieg der Überschuss um 20 Prozent auf 223,6 Millionen US-Dollar (aktuell gut 207 Mio Euro), der Umsatz sank auch wegen des starken Dollars um drei Prozent auf 2,2 Milliarden Dollar.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Der Afroamerikaner Jaques DeGraff lässt sich im Februar in New York gegen das Corona-Virus impfen.

          Impfung gegen Corona : Die alte Angst der Afroamerikaner

          In den Vereinigten Staaten lassen sich deutlich weniger Afroamerikaner impfen als Weiße. Das liegt auch an Erfahrungen, die Schwarze mit Gesundheitsbehörden gemacht haben. Viele kennen noch das Verbrechen von „Tuskegee“.
          Robert Lewandowski (links) schießt noch ein Tor mehr als Erling Haaland.

          FC Bayern besiegt Dortmund : Die große Show des Robert Lewandowski

          Das Topspiel der Bundesliga wird zur Bühne der Torjäger. Haaland trifft früh doppelt für den BVB, doch die Bayern sind am Ende wieder stärker. Denn Lewandowski schießt noch mehr Tore als Haaland.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.