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Biotechnologie : Biotech-Werte sind auf Erholungskurs

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Mit Biotechnologie-Aktien kann man noch immer Geld verdienen. Das gilt auf jeden Fall für den amerikanischen Pharmakonzern Wyeth, aber auch für den Biotechnologie-Branchenführer Amgen.

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          Mit Biotechnologie-Aktien kann man noch immer Geld verdienen. Das gilt auf jeden Fall für den amerikanischen Pharmakonzern Wyeth, der mit dem Verkauf eines größeren Aktienpakets des weltgrößten Biotech-Unternehmens Amgen sein jüngstes Quartalsergebnis kräftig aufpoliert hat. Das Nettoergebnis ist dadurch stark gestiegen, ohne den Aktienverkauf wäre es deutlich gefallen.

          Amgen hat in dieser Woche auch selbst für gute Nachrichten gesorgt. Die Quartalszahlen lagen deutlich über den Erwartungen, das Unternehmen hat außerdem seine Prognosen für das Gesamtjahr nach oben geschraubt. Amgen erwartet jetzt für 2003 einen Umsatz von bis zu 7,6 Milliarden Dollar und spielt mit diesem Wert immer mehr in der Liga der größten Pharmakonzerne mit. Das Unternehmen hat mittlerweile drei Medikamente mit einem Jahresumsatz von mehr als einer Milliarde Dollar im Programm. Die Aktie hat nach der Mitteilung noch einmal deutlich an Wert gewonnen, auch andere Biotech-Papiere konnten im Sog von Amgen deutlich zulegen. Im Vergleich zum Jahresbeginn hat das Papier mittlerweile fast 24 Prozent auf rund 61 Dollar zugelegt. Merrill Lynch hat nach der Veröffentlichung des Quartalsberichts das Kursziel von Amgen für die nächsten zwölf Monate von 67 auf 73 Dollar erhöht. Nach Meinung der Analysten ist in der Biotech- oder der Pharmabranche kaum ein Wert mit vergleichbarem Wachstumspotential zu finden. Unter den großen Biotech-Konzernen ist Amgen bei Analysten allgemein der klare Favorit und hat mit großem Abstand die meisten Kaufempfehlungen. Amgen nimmt damit in der Branche eine ähnliche Stellung ein wie Pfizer in der Pharmaindustrie.

          Die Biotech-Aktien haben sich an der Börse in Amerika insgesamt wieder etwas erholt, nachdem sie gerade im vergangenen Jahr deutlich an Wert verloren hatten. Der Subindex Dow Jones Biotechnology hat seit Jahresanfang mehr als 13 Prozent an Wert gewonnen. Damit steht die Branche weitaus besser da als der Gesamtmarkt: Der breit gefaßte Index Standard & Poor's 500 notiert derzeit in etwa auf dem gleichen Niveau wie Anfang Januar.

          Auch die bisher vorgelegten Quartalszahlen fielen überwiegend positiv aus. So lagen zum Beispiel die Zahlen von großen Biotech-Werten wie Genentech, Biogen oder Genzyme über den Analystenschätzungen. Am Mittwoch nach Börsenschluß haben auch Chiron und Gilead zumindest im operativen Geschäft die Erwartungen übertroffen. Auch negative Überraschungen blieben allerdings nicht aus: So wies Affymetrix einen deutlich höheren Verlust als erwartet aus. Affymetrix ist im Gegensatz zu den anderen Unternehmen allerdings auf Technologiedienstleistungen und nicht auf die Herstellung von Medikamenten spezialisiert.

          Für die Biotech-Unternehmen, die selbst Arzneimittel entwickeln, gelten an der Börse dieselben Gesetzmäßigkeiten wie für Pharmakonzerne: Grundsätzlich sind die Wachstumsaussichten intakt, weil der Bedarf nach medizinischer Behandlung immer weiter ansteigen wird. Entscheidend für den Erfolg der Unternehmen sind aber die Attraktivität der Produktpalette und die Perspektiven der Medikamente, die gerade in klinischen Tests erprobt und noch nicht für den Markt freigegeben sind. Beispielsweise hat die im Vergleich zu Amgen zurückhaltendere Beurteilung von Biogen ihren Grund unter anderem darin, daß die Markteinführung eines neuen Medikaments gegen Schuppenflechte bislang nicht so gut verlaufen ist wie ursprünglich erhofft. Nach Ansicht der Analysten von Salomon Smith Barney ist dieses Produkt entscheidend für die Ertragsaussichten des Unternehmens. Ähnlich argumentiert Merrill Lynch beim Unternehmen Idec. Hier sehen die Analysten Schwächen im Nachschub an neuen Arzneimitteln und zeigen sich von der bisherigen Entwicklung des neuen Krebsmedikaments Zevalin enttäuscht.

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