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mRNA-Technologie : Keine schnelle „Wunderwaffe“ gegen Krebs

Impfstoffproduktion: BioNTech-Mitarbeiterin am Standort in Marburg Bild: Bäuml, Lucas

BioNTech testet gerade ein mRNA-Vakzin an Darmkrebspatienten. Es gibt Anlass zu neuen Hoffnungen. Doch generell stehe man noch am Anfang, sagen Experten.

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          Krebs gehört zu den Krankheiten, vor denen sich viele Menschen am meisten fürchten. Mit einer solchen Diagnose ist Hoffnungslosigkeit und je nach Art des Tumors der Geruch des Todes verbunden. Insofern werden neue Nachrichten aus der Onkologie nicht nur von Patienten gerne mit großer Hoffnung aufgesogen. Das umso mehr, als Corona eine Technologie ins Scheinwerferlicht gestellt hat, die neue Perspektiven eröffnet: die mRNA-Therapie, auf der auch die Covid-19-Impfstoffe von Moderna und von BioNTech basieren.

          Thiemo Heeg
          Redakteur in der Wirtschaft.

          mRNA-Impfstoffe funktionieren im Fall von Covid so: Sie enthalten den Bauplan für einen bestimmten Virus-Bestandteil, damit so letztlich das Immunsystem aktiviert wird und Antikörper bildet. Im Fall von Krebsimpfungen geht es nicht um Viren, sondern um Tumorzellen, also entartete Zellen. Das Vakzin soll, genau wie im Fall von Corona, die eigene Abwehr in die Lage versetzen, solche Zellen zu erkennen und zum Beispiel mit Antikörpern zu bekämpfen. „Man muss sagen, dass der mRNA-Impfstoff bei Corona seine Stärke noch gar nicht voll ausspielt“, sagt Niels Halama, Leiter der Abteilung Translationale Immuntherapie und Oberarzt und Leiter der Forschungsgruppe Adaptive Immunotherapie am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg. Denn die liege darin, dass man die Sequenz der mRNA ganz individuell anpassen könne. „Die Strategie, dem Körper mithilfe der mRNA eine Nachricht zu geben, was getan werden soll, hat natürlich ein riesiges Potential!“

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