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Billigflieger : Ryanair an der Grenze

Ryanair reduziert die Preise, um seine Flugzeuge zu füllen. Nach zwei Gewinnrevisionen in Folge wachsen die Zweifel, ob das radikale Niedrigkosten-Geschäftsmodell immer weiter wachsen kann.

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          Herrscht bei Ryanair Götterdämmerung? Vorstandschef Michael O’Leary, der den irischen Billigflugmarktführer seit zwei Jahrzehnten führt, ist ohne Zweifel Europas erfolgreichste Luftfahrtmanager. Aber nach zwei Gewinnrevisionen binnen zwei Monaten wachsen die Zweifel, ob das radikale Niedrigkosten-Geschäftsmodell, das Ryanair groß gemacht hat, auch in der Zukunft für genügend Wachstum sorgen wird. Dass Ryanair jetzt zu schmerzhaften Preissenkungen gezwungen ist, um seine Marktanteile zu verteidigen, ist ein Warnsignal. Das irische Unternehmen hat eine starke Bilanz und kann sich den Preiskrieg mit der Konkurrenz leisten. Doch die Schwierigkeiten liegen womöglich tiefer.

          Gut möglich, dass das Kundenpotential für das bisherige Ryanair-Angebot in Europa zunehmend ausgeschöpft ist: Es gibt viele Passagiere, die es in Ordnung finden, von unfreundlichen Ryanair-Angestellten zu entlegenen Provinzflughäfen geflogen zu werden, wenn nur der Preis niedrig ist. Aber ihre Zahl könnte dennoch kleiner sein, als der Ryanair-Chef und die Börse bisher geglaubt haben. Es spricht vieles dafür, dass sich Ryanair umstellen muss. Die Frage ist nur, ob das geht, solange O’Leary da ist.

          Marcus Theurer

          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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