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Billigairlines : Für 120 Euro nach New York

Um günstige Tickets anbieten zu können, setzen die Billigflieger nicht nur auf die neuen, Kerosin sparenden Flugzeugmodelle. Die Flugzeuge sind länger am Tag in Betrieb und dichter bestuhlt, die Kabinenbesatzung wird aufs vorgeschriebene Minimum reduziert und verdient weniger als die Kollegen der etablierten Fluglinien wie Lufthansa & Co. Norwegian setzt sogar Stewardessen aus Niedriglohnländern ein. Zudem verlangen die Discounter für jedes Extra einen Aufschlag auf den Ticketpreis: Essen, Unterhaltungsprogramm an Bord, Koffer, Wunschsitzplatz – alles kostet zusätzlich.

„Mit diesen Mitteln können die Billigflieger auf der Langstrecke etwa 20 Prozent günstiger anbieten als die traditionellen Fluglinien“, sagt Unternehmensberater Ralf Baron. Das ist weniger als auf Strecken in Europa, wo der Kostenvorteil bis zu 50 Prozent betrage. Auf interkontinentalen Strecken hätten die Billigflieger den Nachteil, dass sie keine lukrative Business-Class anbieten und auch große Flughäfen ansteuern, die hohe Landegebühren verlangen.

Preis-Check: Passagiere können sparen

Aber auch 20 Prozent Preisvorteil wären bei Ticketpreisen von 1000 Euro und mehr eine schöne Ersparnis. Ein Preis-Check dieser Zeitung zeigt: Das und sogar manchmal etwas mehr ist durchaus drin. Von Europa nach New York kann man für 125 Euro fliegen. Norwegian bietet das an, allerdings im ungemütlichen November und ab Oslo und nur für den Hinflug. Wer von München kommt, zahlt ab 175 Euro. Auch das ist noch ein guter Preis. Mit Koffer sind es allerdings schon 200 Euro ab Oslo, 250 Euro ab München. Und in den attraktiven Sommermonaten werden auch schnell mal 500 Euro verlangt. Die isländische Wow Air ist sogar noch etwas teurer. Die neue Gesellschaft Level war auf den Vergleichsstrecken nach San Francisco ebenfalls fast nie günstiger, zumal deutsche Passagiere ein weiteres Ticket brauchten, um nach Barcelona zu kommen. Die deutsche Eurowings fliegt weder New York noch San Francisco an und glänzt auf ihren Strecken nicht durch auffallend niedrige Preise.

So hängt es also sehr vom Reisetermin ab, ob die Billigflieger tatsächlich einen Preisvorteil bieten. Und ob der groß genug ist, um die Komforteinbußen in Kauf zu nehmen. Deutsche Passagiere müssen zum Beispiel erst mal zu den ausländischen Abflughäfen der Billigflieger gelangen, wenn Eurowings das Wunschziel nicht ansteuert oder zu teuer ist. Längere Aufenthalte sind dann einzuplanen.

Konkurrenzdruck drückt Preise

Allerdings reift der noch junge Markt rasch, die Angebote verbessern sich, die Konkurrenz verschärft sich und könnte die Preise weiter unter Druck bringen. Davon werden dann auch deutsche Fluggäste profitieren. Noch in diesem Jahr will zum Beispiel Air Asia Frankfurt mit Malaysia verbinden. Auch über Paris soll es vom Herbst an günstiger nach Asien und Südamerika gehen – mit Boost, dem geplanten Billigflieger von Air France-KLM. Vom Sommer 2018 an will Norwegian direkt von Düsseldorf nach Nordamerika fliegen. Auch Level plant, von weiteren europäischen Flughäfen neben Barcelona zu starten. Wer den Flughafen Köln/Bonn nutzen kann, profitiert von der starken Präsenz von Eurowings dort. Das hat ihn mittlerweile zum zweitgrößten Standort für Billig-Langstrecken in Europa nach London gemacht.

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Und wer bereit zu einem Zwischenstopp in Irland oder Großbritannien ist, der könnte noch in diesem Sommer eine besondere Premiere miterleben: von der europäischen Provinz im Mini-Flugzeug zu einem Dorf-Flughafen in Amerika. Norwegian plant, die kleinen Boeing 737, die man von innereuropäischen Kurzstrecken kennt, über den Teich zu schicken. Von Edinburgh, Belfast und vermutlich Cork in Irland soll es nach Newburgh, 100 Kilometer von New York entfernt, und Providence bei Boston gehen. Preislich könnte das unschlagbar werden.

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