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Verkauf der Tiefbau-Sparte : Bilfinger will weniger bauen

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Bilfinger zieht sich immer mehr aus dem Baugeschäft zurück. Bild: dpa

Der ehemalige hessische Ministerpräsident Roland Koch räumt beim Bau- und Industriedienstleister Bilfinger weiter um: Der Konzern will wesentliche Teile seines Baugeschäfts verkaufen. 3000 Mitarbeiter sind betroffen.

          Der Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger will wesentliche Teile seine Baugeschäfts abstoßen. Zum Verkauf gestellt werde der Ingenieurbau - also der Tiefbau, teilte das im MDax notierte Unternehmen am Mittwochabend mit. Die Sparte habe im vergangenen Jahr 800 Millionen Euro umgesetzt. Der Mannheimer Konzern zieht sich damit immer mehr aus dem Baugeschäft zurück und verlegt sich stärker auf Ingenieurdienstleistungen.

          Nach Angaben eines Sprechers arbeiten in den zum Verkauf stehenden Geschäftsfeldern 3000 Mitarbeiter, davon 1700 in Deutschland. Der Konzern gehe davon aus, die Teile binnen eines Jahres verkaufen zu können.

          Der Hochbau mit einem Umsatz von 700 Millionen Euro ist von dem Verkauf nicht betroffen. Ebenso ausgenommen sind die auf Offshore-Windkraftanlagen, den Bau von Überlandleitungen und auf Stahlbau spezialisierten Einheiten mit einem Volumen von rund 200 Millionen Euro. Der seit 2011 vom ehemaligen hessischen Ministerpräsident Roland Koch geführte Bilfinger-Konzern will sich laut Mitteilung mit dem Schritt noch stärker auf sein Kerngeschäft konzentrieren.

          Der Vorstandsvorsitzende des Baukonzerns Bilfinger Roland Koch

          2013 hatte Bilfinger deshalb bereits den defizitären Straßenbau verkauft. Ganz verzichten auf das traditionelle Baugeschäft wollte der Konzern unter Leitung des ehemaligen hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch bisher nicht, um das Know-how für seine Bau-Service-Angebote nicht zu verlieren. Über die Hintergründe des Verkaufs wird Koch auf der Hauptversammlung am Donnerstag in Mannheim informieren.

          Bilfinger legt am Donnerstag zudem seine Geschäftszahlen zum ersten Quartal vor. Der Konzern will die Bauleistung von zuletzt 8,5 Milliarden auf elf bis zwölf Milliarden Euro im Jahr 2016 steigern. Das bereinigte Konzernergebnis soll bei 400 Millionen Euro liegen - 2013 waren es knapp 250 Millionen Euro. Das Wachstum will Koch vor allem durch Zukäufe erreichen, für die zuletzt noch immer 800 Millionen Euro an Mittel verfügbar waren. Hier haben sich aber schon länger keine geeigneten Kandidaten mehr gefunden.

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