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Wegen Hongkong : Bilanzprüfer beugen sich Pekings langem Arm

Proteste in Hongkong: Wirtschaftsprüfer knicken vor Peking ein. Bild: Reuters

Die vier großen globalen Wirtschaftsprüfungsunternehmen haben sich in Erklärungen zum Status Quo Hongkongs bekannt. damit geben sie dem Druck der Machthaber in Peking nach.

          Die wachsende Liste der Konzerne, die glauben, sich dem Druck der kommunistischen Diktatur Chinas beugen zu müssen, wächst um die vier großen Bilanzprüfungsfirmen KPMG, Ernst & Young (EY), Deloitte und PricewaterhouseCoopers (PwC): Deren Manager sahen sich im Tauziehen um Hongkong nun zu einem Kotau gegenüber Peking gezwungen, wie zuvor schon die Fluggesellschaft Cathay Pacific, Luxuskonzerne wie Coach oder vor Monaten Lufthansa.

          Christoph Hein

          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          KPMG, EY, Deloitte und PwC distanzierten sich in jeweiligen Erklärungen von Gewalt und illegalen Aktivitäten einiger Demonstranten in Hongkong. Zuvor hatten chinesische Staatsmedien das Quartett kritisiert, weil angebliche Mitarbeiter eine Anzeige für die Demokratiebewegung in einer Zeitung Hongkongs geschaltet hatten. In dieser wurde unter anderem die Freilassung der Festgenommenen gefordert.

          Die vier global tätigen Konzerne bekannten sich daraufhin zur bestehenden Rechtsordnung, die Hongkong als Sonderverwaltungszone Festlandchinas eine gewisse Eigenständigkeit garantiert, aber keinen Zweifel am Mutterland offenlässt. „Wir wenden uns klar gegen jede Handlung und jede Aussagen, die die nationale Souveränität in Frage stellt. Geltende Gesetze und das Prinzip ‘ein Land, zwei Systeme’, sind die Grundlagen, um die Stabilität und Harmonie in Hongkong aufrechtzuerhalten“, heißt es etwa bei PwC. Allerdings kann im tief gespaltenen Hongkong seit Wochen keine Rede mehr von „Harmonie“ sein. Deloitte hofft in seiner Erklärung denn auch, dass „die soziale Ordnung bald wieder hergestellt“ werde.

          Nach der scharfen Kritik aus Festlandchina und den Erklärungen der vier forderten chinesische Staatsmedien, die Firmen sollten nun im nächsten Schritt ermitteln, wer ihrer Mitarbeiter hinter deren Anzeige gestanden habe. Sie sollten „Mitarbeiter feuern, über die sie herausfinden, dass diese die falsche Haltung mit Blick auf die gegenwärtige Lage in Hongkong haben“, forderte die nationalistische Global Times in Peking. Die Reputation der „Big 4“ sei von anonymen Kräften beschädigt worden.

          Als erstes hatte das Management von E&Y reagiert und gleich zwei Erklärungen an die Global Times gesandt, in denen sich das Management von den Demonstranten distanzierte und für das gegenwärtige System eintrat. Im Netz drohten Chinesen: „Passt auf, die Big 4 werden das nächste Cathay Pacific!“ Die Hongkonger Fluggesellschaft ist im Streit mit den Kommunisten in eine tiefe Managementkrise geflogen. Am Freitag musste ihr bisheriger Vorstandsvorsitzender Rupert Hogg gehen, was zuerst in Pekinger Staatsmedien verkündet wurde. Kurz zuvor hatte John Slosar, der Vorsitzende des Verwaltungsrates, noch davon gesprochen, das Unternehmen diktiere seinen Mitarbeitern nicht, was diese zu denken hätten.

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