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Klage abgewiesen : Bezos verliert gegen Musk

  • Aktualisiert am

Jeff Bezos, Gründer des Onlinehändlers Amazon.com, mit einem Vermögen von 193 Milliarden Dollar. Bild: AFP

Elon Musk behält mit SpaceX im Streit um einen Milliardenauftrag der NASA die Oberhand. Jeff Bezos gesteht seine Niederlage ein.

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          In einem Streit um einen Milliardenauftrag der US-Raumfahrtbehörde NASA musste Jeff Bezos eine Niederlage gegen Elon Musk einstecken. Ein Gericht hat jetzt eine Klage abgewiesen, mit der Bezos’ Raumfahrtunternehmen Blue Origin gegen die Vergabe des Auftrags an den von Musk geführten Wettbewerber SpaceX vorgegangen ist. Es geht dabei um die Entwicklung einer Landefähre, die dabei helfen soll, zum ersten Mal seit dem Ende der Apollo-Missionen 1972 wieder amerikanische Astronauten zum Mond zu bringen. Der Auftrag ist mit 2,9 Milliarden Dollar dotiert, und der Zuschlag für SpaceX im April dieses Jahres kam etwas überraschend. Es war damit gerechnet worden, dass die NASA zwei Partner wählen würde, und Blue Origin wurden in der Branche gute Chancen eingeräumt, dabei zu sein.

          SpaceX, Blue Origin und das in der Öffentlichkeit weniger bekannte Unternehmen Dynetics waren die drei Finalisten in dem Rennen. Blue Origin hat mehrfach versucht, am Ausgang der Auftragsvergabe etwas zu verändern. Das Unternehmen hat einen Protest beim Government Accountability Office eingereicht, einer Art staatlichen Wirtschaftsbehörde, aber die Beschwerde wurde im Juli abgewiesen. Jeff Bezos hat persönlich einen Brief an NASA-Chef Bill Nelson geschrieben und ihn aufgefordert, einen zweiten Partner zu bestimmen, er stellte dabei auch einen Preisnachlass in Milliardenhöhe in Aussicht. Im August hat Blue Origin die Klage eingereicht und dabei von „Fehlern im Akquisitionsprozess“ gesprochen. Nach deren Abweisung scheint Bezos nun zu akzeptieren, dass er wohl nicht zum Zuge kommen wird. Er twitterte: „Nicht die Entscheidung, die wir wollten, aber wir respektieren das Urteil des Gerichts und wünschen der NASA und SpaceX vollen Erfolg mit dem Auftrag.“

          Das neue Mondprogramm der NASA, bei dem SpaceX nun dabei sein soll, hat den Namen „Artemis“, nach der Mondgöttin und Zwillingsschwester von Apollo in der griechischen Mythologie. Unter dem früheren US-Präsidenten Donald Trump wurde angepeilt, es bis 2024 wieder auf den Mond zu schaffen. Trumps Nachfolger Joe Biden hält zwar offenbar im Kern an dem Programm fest, allerdings wird damit gerechnet, dass sich der Zeitplan nach hinten verschiebt. Der Protest von Blue Origin gegen die Auftragsvergabe hat für zusätzliche Verzögerungen gesorgt, weil in der Zwischenzeit die Arbeit der NASA mit SpaceX pausieren musste. Die NASA teilte jetzt nach der Abweisung der Klage mit, sie wolle das Projekt nun „so schnell wie möglich“ fortsetzen.

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