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Fleischalternativen : Rügenwalder Mühle opfert die Currywurst

Der Handel bietet immer mehr Fleischersatzprodukte an. Bild: dpa

Rügenwalder Mühle verkauft immer mehr Fleisch-Ersatzprodukte. Um in diesem Segment weiter zu wachsen, stellt die Metzger-Dynastie nun die Produktion einer deutschen Leibspeise ein.

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          Der Hype um Fleischalternativen im Handel hält weiter an. Das niedersächsische Familienunternehmen Rügenwalder Mühle will weiter wachsen und stellt dafür die Produktion der hauseigenen Currywurst ein – zugunsten der Produktion von pflanzlichen Alternativen. Erst im Jahr 2014 führte das Unternehmen die Currywurst ein. Es galt als Konkurrenzprodukt zum Curry King von Meica. Nun scheint sich das Unternehmen weiter in Richtung des vegetarischen Segments entwickeln zu wollen.

          Stefanie Diemand

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Insgesamt 34 Prozent des Umsatzes macht die Rügenwalder Mühle heute schon mit Ersatzprodukten. „Unsere Geschäftszahlen für 2018 bestätigen uns einmal mehr darin, dass vegetarische / vegane Fleischalternativen mehr sind als ein kurzer Hype“, so Geschäftsführer Godo Röben in einer offiziellen Mitteilung. Insgesamt erwirtschaftete das Unternehmen rund 212 Millionen Euro Umsatz. Das waren 5 Prozent mehr als im Vorjahr.

          Starkes Wachstum auf dem Markt

          Insbesondere das Segment der vegetarischen und veganen Produkte wuchs stärker als der Markt, so war der Absatz im fleischfreien Segment im Vergleich zum Vorjahr dreimal so hoch. Neben der Auslistung der Currywurst plant das Unternehmen seine Produktion am Unternehmensstandort in Bad Zwischenahn bis 2022 zu erweitern. Auf der neuen Fläche sollen hauptsächlich Fleischalternativen hergestellt werden. Die Investition belaufe sich dafür auf einen zweistelligen Millionenbetrag.

          Immer mehr traditionelle Wurst- und Fleischhersteller entdecken Fleischalternativen für sich: Denn Markt verzeichnete im vergangenen Jahr ein starkes Wachstum. So gut wie jeder Supermarkt verkauft Alternativen aus Soja, Erbsen oder gar Insekten. Bei den Herstellern ist ein Wettkampf um den lukrativen Markt entstanden, den in Deutschland vor allem Konzerne wie die Rügenwalder Mühle, Wiesenhof oder Nestlé dominieren.

          Marktführer im fleischfreien Segment

          Daneben begeistert vor allem das kalifornische Unternehmen Beyond Meat die Kunden. Als der Discounter Lidl einen Burger von Beyond Meat in das Sortiment aufnahm, war dieser innerhalb von Minuten ausverkauft. Seit wenigen Wochen verkauft auch der Discounter Netto den Burger.

          Rügenwalder Mühle war der erste deutsche Fleischhersteller, der auch vegetarische und vegane Produkte produzierte. Im Jahr 2014 startete das Familienunternehmen mit vegetarischen Schinken Spicker. „Zur Markteinführung 2014 wurden wir zum Teil noch belächelt“, sagte Godo Röben, Geschäftsführer der Rügenwalder Mühle der F.A.Z. „Wir wollten zu Beginn fünf Tonnen die Woche herstellen, waren aber in kürzester Zeit schon bei einhundert Tonnen.“ Heute ist das Unternehmen nach eigenen Angaben Marktführer im fleischfreien Segment.

          Ganz vom Fleisch will sich aber auch die Metzger-Dynastie nicht verabschieden. Im Jahr 2020 sollen 60 Prozent des Umsatzanteils noch durch Fleisch- und Wurstwaren erzielt werden.

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